Erstellt am 27. Februar 2014, 15:00

von Martin Ivansich, Daniel Fenz und Bernhard Fenz

Goldene Spiele mit unterschiedlichen Folgen. Burgenländische Veränderungen | Julia Dujmovits hat mit Gold im Parallel-Slalom neue Sphären erreicht, Chefcoach Tom Weninger trat am Höhepunkt ab.

Mit der Coolness einer Olympia-Siegerin: Julia Dujmovits am Samstag beim Parallel-Slalom in Sotschi. Die Sulzerin machte einen extrem fokussierten Eindruck und bestätigte diesen auch im Ergebnis. Am Ende setzte sich die 26-Jährige im Großen Finale gegen die Deutsche Anke Karstens durch - und das trotz eines Rückstands nach dem ersten Lauf von gut sieben Zehntel Sekunden. Am Ende wurde daraus ein 12/100-Vorsprung. Foto: Gepa/Mario Kneisl.  |  NOEN, GEPA pictures/ Mario Kneisl
Von Bernhard Fenz, Daniel Fenz und Martin Ivansich

Und dann war alles anders. Noch am vergangenen Mittwoch war das vorzeitige Ausscheiden von Julia Dujmovits in der Qualifikation des olympischen Parallel-Riesenslalom-Bewerbs – schon da hatten viele mit einem Erfolg spekuliert – nur eine Randnotiz, spätestens am Samstag brachen dann die rot-weiß-rote Glückwunsch-Lawine und der kollektive Jubel aus. „Ich habe die beste Antwort darauf gefunden, es ist einfach nur super.“


Dujmovits, Fünfte der Quali, gewann das Achtelfinale gegen die Russin Alena Zavarzina, das Viertelfinale gegen Julie Zogg aus der Schweiz, das Halbfinale gegen die Italienerin Corinna Boccacini und das Große Finale gegen Anke Karstens aus Deutschland. Mit zwölf Hundertstel Sekunden Vorsprung drückte sie Körper und Board über die Ziellinie. Der Rest? Emotion pur.

Adrenalin, aber auch Dankbarkeit nach Verletzungen

Spätestens bei der Siegerehrung und der Hymne kam dann zum permanenten Adrenalin-Rausch auch Nachdenklichkeit und Dankbarkeit, wie Dujmovits am Abend des Goldtags zugab: „Man kriegt in so einem Moment so viel zurück. Ich bin einfach wirklich dankbar, dass ich wieder Sport ohne Schmerzmittel betreiben kann.“


Zwei Kreuzbandrisse („Ich kann mich an einen Moment erinnern, wo ich wieder zu laufen begonnen habe. Da sind ältere Damen mit den Walking-Stecken vorbeigekommen und haben mich überholt.“) und ein Knöchelbruch sind die Negativ-Highlights einer großen Pechsträhne, die die Sulzerin vergessen machen konnte.

„Es ist ein brutal anstrengender Job“

Mitten im Trubel um die Goldmedaille für Julia Dujmovits und Bronze für Benjamin Karl kam dann die Meldung von Tom Weningers Rücktritt. Der Cheftrainer der Parallel-Snowboarder aus Forchtenstein hat seit August 2011 diese Position inne und gehörte seit 2001/2002 dem ÖSV-Betreuerstab an.
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Die Entscheidung habe laut Verbandsangaben aber nichts mit der Kritik von ÖSV-Präsident Peter Schöcksnadel zu tun (er warf dem Team nach der Parallel-Riesentorlauf-Pleite Unprofessionalität vor), sondern war länger geplant.

Dujmovits: „Er hat sowohl beruflich als auch privat sehr viel reingesteckt und wollte sich jetzt beruflich verändern. Ich kann ihn verstehen, es ist ein brutal anstrengender Job.“