Oberwart

Erstellt am 09. November 2016, 06:22

von Martin Ivansich

Bernd Wiesberger: Zaubergolf und Konstanz. Bernd Wiesberger ist aktuell der beständigste Golfer. Von den letzten sieben Turnieren holte er vier Top-Fünf-Plätze – zuletzt in der Türkei dank einiger Zauberschläge.

Fokussiert. Bernd Wiesberger.  |  BVZ, Martin Ivansich

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Nach dem durchschnittlichen Auftritt beim WGC-Event in Shanghai, wo Bernd Wiesberger einen 35. Platz einheimste, kehrte der Österreicher am vergangenen Wochenende auf die European Tour zurück – und mit ihm nach einer einwöchigen Pause auch seine Topform der letzten Turniere.

Bei den Turkish Airlines Open zeigte der Südburgenländer konstant gutes Golf, startete aus der geteilten zweiten Position in den Finaltag. Dort allerdings war die Lage in Sachen Turniersieg schier aussichtslos.

Ein überragender Thorbjorn Olesen hatte nach dem sogenannten Moving Day sieben Schläge Vorsprung auf die Konkurrenz. Der Oberwarter warf aber noch einmal alles auf den Platz und konnte mit einer Birdie-Serie von Loch sechs bis neun Druck auf den führenden Dänen ausüben.

Dabei gelangen dem Profi auch mehrere Zauberschläge aus extremen Situationen. Gleich dreimal ging der Ball in den Wald. Besonders gekonnt löste er dieses Problem auf der Zehn, wo er sich zwischen Baumstämmen hindurch sogar der Fahne entscheidend annähern konnte.

Wiesberger seit Rio in bestechender Form

Allerdings gelang dann auf den Back Nine nur noch ein Schlaggewinn, aber eben auch ein Bogey. In der Endabrechnung bedeutete dies den vierten Rang für Bernd Wiesberger sowie ein Preisgeld von 319.726 Euro. Den Turniersieg sicherte sich letztlich Olesen souverän, der dafür die stolze Summe von einer knappen Million Euro verdiente.

Restlos zufrieden bilanzierte Österreichs Nummer eins aber nicht: „Das Ergebnis ist auf alle Fälle in Ordnung, aber den einen oder anderen Schlag hab ich liegen gelassen. In Dubai werde ich versuchen, auf den Par 5 mehr herauszuholen. Dann ist auch dort ein starkes Ergebnis möglich.“

Für Bernd Wiesberger war es übrigens der vierte Top-Fünf-Rang in den vergangenen sieben Turnieren. Seit den Olympischen Spielen in Rio ist der 31-Jährige in einer bestechenden Verfassung.

Eine Woche Pause vor dem großen Tour-Finale

Das belegen auch die Preisgeldzahlen. Von den 1,7 Millionen, die Österreichs bester Golfer in der aktuellen Saison bislang erspielte, scheffelte er 1,15 Million seit Ende August.

In dieser Woche steht die Nedbank Golf Challenge in Sun City (Südafrika) auf dem Programm. Der konstanteste Spieler des Saisonfinales wird dieses Turnier aber auslassen, um sich voll und ganz auf das European Tour-Finale in Dubai zu konzentrieren. Dort wird wieder eine starke Leistung nötig sein, um das Saisonziel zu erreichen. Das lautet bekanntlich: Top-50 der Welt.

Dorthin kletterte der Oberwarter mit dem Turkish Airlines Open-Resultat am vergangenen Montag wieder. Wiesberger liegt nun auf Rang 44. Weil er aber eben die Nedbank Golf Challenge auslässt und dann nur noch die World Tour Championship von 17. bis 20. November bestreitet, ist der Top-50-Platz noch nicht im Trockenen. Der wäre wichtig, denn nur dann ist Wiesberger fix bei allen Großevents dabei. Nicht zuletzt bei WGC-Events hat der Golfer noch einiges vor. Ein echtes Top-Resultat fehlt bei einem solchen Turnier noch.