Erstellt am 18. Februar 2015, 11:48

Wiesberger als erster Österreicher auf der US-PGA-Tour. Bernd Wiesberger tritt ab Donnerstag als erster Golf-Profi aus Österreich bei einem regulären Turnier der US-PGA-Tour an.

Der 29-jährige Burgenländer, der in der Weltrangliste derzeit auf Platz 38 liegt, bestreitet diese Woche das mit 6,7 Millionen Dollar dotierte Northern Trust Open im Riviera Country Club in Pacific Palisades bei Los Angeles.

"L.A. einer meiner liebsten Orte"

"Es freut mich, dass ich ein reguläres US-PGA-Turnier spielen kann. Ich freue mich auf diese neue Erfahrung. Auch ist Los Angeles einer meiner liebsten Orte überhaupt, und den Kurs kenne ich schon von einem früheren Trainingslager", sagte Wiesberger vor seinem sporthistorischen Auftritt in Kalifornien.

Der Oberwarter wird gemeinsam mit den US-Profis Ricky Barnes und Pat Perez auf die Auftaktrunde gehen. Titelverteidiger Bubba Watson (USA), Sergio Garcia (ESP) und Jimmy Walker (USA) sind die Topfavoriten auf dem 6.656 m langen Par-71-Kurs.

Lauf im Mittleren Osten und in Asien

Wiesberger hat sich heuer mit tollen Leistungen auf der Europa-Tour für die hochdotierten Turniere in Übersee empfohlen. Es begann mit Platz sechs bei der Abu Dhabi Golf Championship, danach folgten Rang drei im Qatar Masters in Doha und der vierte Platz im Dubai Desert Classic. Zuletzt wurde er Zweiter der Malaysia Open in Kuala Lumpur, nach denen er mit Platz 36 sein bisher bestes Weltranglisten-Ranking innehatte. Außerdem ist Wiesberger mit 577.152 Euro derzeit Fünfter der europäischen Preisgeld-Rangliste im Jahr 2015.

Um bei der US-PGA-Tour dabei sein zu können, ist in erster Linie eine Top-50-Platzierung in der Weltrangliste erforderlich. "Aufgrund des Laufs im Mittleren Osten und in Asien habe ich das sehr schnell und abrupt geschafft. Ich war sehr zufrieden mit meiner Leistung", betonte Österreichs Golf-Aushängeschild.

Turniersieg in Malayasia knapp verpasst

Nur Platz zwei in Malaysia wurmte ihn ein wenig, hatte er dort doch seinen vierten Turniersieg knapp verpasst. "In Kuala Lumpur war es etwas ärgerlich, dass nicht mehr rausgekommen ist", sagte Wiesberger. "In Summe waren es aber großartige Wochen." Nun hofft er auch in Kalifornien auf ein gutes Resultat. "Natürlich ist es so, dass man sich als Sportler mit den besten der Welt messen will. Da ist die Dichte in Amerika eine Spur höher als in Europa", weiß Wiesberger, was auf ihn zukommt.

Dass es für ihn nun so gut läuft, hat auch mit einer Operation zu tun. "Ich hatte eine kleine Augenkorrektur, um ein paar Dioptrien wegzulasern. Vor allem bei Zwielicht habe ich gemerkt, dass ich nicht mehr so scharf und klar gesehen habe", gestand der Burgenländer. "Auch wenn es vielleicht nur im Hinterkopf war, dass es ein gewisses Problem darstellen könnte, es hat jetzt keinen Einfluss mehr. Das ist sehr gut verlaufen und abgeheilt über Weihnachten. Es ist auf jeden Fall eine Verbesserung meiner Sehkraft da", sagte er in einem ORF-Interview.

Kindheitstraum geht in Erfüllung

Durch seine Verbesserung in der Golf-Weltrangliste hat er auch einen Startplatz im ersten Major-Turnier des Jahres, dem legendären Masters in Augusta, so gut wie sicher. "Zum Stichtag ist es noch ein bisschen hin, aufgrund der vielen Weltranglistenpunkte, die ich erspielt habe, ist die Chance sehr hoch, dass ich dabei bin. Das wäre eine große Ehre und ein gewisser Kindheitstraum, der in Erfüllung geht, wenn ich da dabei sein kann", betonte Wiesberger. "Das ist eine große Sache für mich, es ist das prestigeträchtigste Turnier weltweit. Viele würden es mit dem Heiligem Gral des Golf-Profisports vergleichen. Wenn man daran denkt, stellt es mir die Gänsehaut auf."