Erstellt am 07. November 2016, 12:34

von APA/Red

Wiesberger glänzt im Herbst. Neben Bernd Wiesberger zeigen im aktuellen Golf-Herbst auch zwei Talente aus der Steiermark groß auf.

Bernd Wiesberger  |  Ivansich

Der in den USA studierende Amateur Matthias Schwab (21) führte sein Vanderbilt-Team kürzlich erstmals zur Nummer eins im amerikanischen College-Golf. Jung-Proette Sarah Schober (24) gewann als erste Österreicherin überhaupt die LET-Access-Tour und zeigte danach gleich auf der Europa-Tour auf.

Während Wiesberger aktuell so stark agiert, dass er von seinem rund 1,745 Mio. Euro betragenden Jahres-Preisgeld 1,1 Millionen alleine in den vergangenen zwei Monaten erspielt und sich damit wieder in die Top-50 auf Platz 44 der Weltrangliste zurück gekämpft hat, sorgte Schwab auch in seinem letzten Jahr als Amateur und US-Student für Furore. Mit Platz zwei in Florida - Schwab verpasste dort den Einzelsieg um nur einen Schlag - schaffte es seine Mannschaft als erstes Golf-Team der Elite-Universität in Nashville an die Spitze des GolfStat.com-Rankings.

Als erst vierte Sportart in Vanderbilt war man damit nationale Nummer eins. Dazu kam ein viel beachteter TV-Auftritt zusammen mit Coach Scott Limbaugh in der Morgenshow des Golf Channels.

Nur die knappe Niederlage diese Woche beim letzten Saisonturnier 2016 trübt die starke Jahres-Bilanz der "Commodores", deren Nummer-1-Spieler der seit 2013 dort studierende Österreicher Schwab ist. Beim live im TV übertragenen East Lake Cup auf der Anlage, auf der im Oktober Rory McIlroy das FedEx-Finale der US-PGA-Tour für sich entschieden hat, setzte es ein 1:4 gegen Texas.

Limbaugh hatte das Vanderbilt-Team vor fünf Jahren als Nummer 45 übernommen. Mit Schwab war man 2015 bereits Sechster und der Österreicher wurde deshalb diesen Sommer an der Uni zum "Athleten des Jahres 2015/16" gewählt.

Für Schwab war bisher das letzte Jahr als Amateur doppelt erfreulich. Erst vergangenen September holte der Steirer aus Rohrmoos zusammen mit Michael Ludwig und Markus Maukner in Mexiko mit Bronze die erste WM-Medaille für Österreich überhaupt und sorgte für ein historisches Ergebnis.

Für Limbaugh personifiziert der im Dezember 22 Jahre alt werdende und im Juni 2017 ins Proflager wechselnde Österreicher den Aufstieg des Vanderbilt-Teams. "Immer wenn man mich auf unsere aktuellen Erfolge anspricht, denke ich an Matthias", lobte Limbaugh seinen Schützling auf der Website der Universität. "Matt ist der konstanteste Golfer, den ich jemals gecoacht habe. Wir denken, er ist der beste College-Golfer derzeit."

Bemerkenswerteste Golferin aus Österreich ist neben Olympia-Starterin Christine Wolf derzeit mit Sarah Schober ebenfalls eine Steirerin. Die 24-Jährige aus Leibnitz gewann dank konstantem Golf - u.a. fünf zweite Plätze - gleich im zweiten Profijahr und als erste Österreicherin überhaupt vor zwei Wochen die Jahreswertung der LET-Access-Tour und wechselte danach sofort auf die Ladies European Tour.

Gleich beim LET-Debüt kam Schober als 50. der Sanya Ladies Open in China ins Preisgeld und fiel dort u.a. mit einem Hole in One auf. Vergangenen Samstag landete die Südsteirerin aus dem Geburtsort von Tennis-Ass Thomas Muster in Abu Dhabi gleichauf mit der erfahrenen Wolf sogar auf Platz 21. Auch Wolf sicherte dort damit ihre Tour-Karte für 2017 endgültig ab.

Schober hat wie Schwab ihr Golf in den USA modelliert. Sie studierte in Oklahoma und Florida und gewann 2011 und 2012 mit den NJCAA das größte Turnier im College-Golf gleich zwei Mal in Folge. Seit 2015 ist die 24-Jährige vom GC Murstetten Proette. Ihre aktuelle Golf-Weltreise schließt Schober diese Woche in Indien ab.