Erstellt am 19. Juli 2016, 15:54

von APA Red

Wiesberger: Vor Rio wartet PGA Championship. Golfprofi Bernd Wiesberger hat am Dienstag mit zwei Tagen Verspätung seine Olympia-Ausrüstung ausgefasst.

Bernd Wiesberger geht fokussiert in die nächsten Tage. Er will, ähnlich wie letztes Jahr, eine gute Rolle beim PGA Championship spielen. Foto: Marschik  |  Erich Marschik

Der Burgenländer äußerte bei einem Medientermin in Wien seine große Vorfreude auf das Turnier in Rio de Janeiro, bei dem sein Sport nach 112 Jahren ins Programm der Sommerspiele zurückkehrt. Die Absagen einiger Stars seien zwar schade, dennoch sieht er das Rio-Turnier als absoluten Höhepunkt.

New Jersey noch vor Rio

Vor Rio schlägt Wiesberger nächste Woche noch beim PGA Championship im US-Bundesstaat New Jersey ab. "Ich versuche mich von Highlight zu Highlight zu schwingen, der unmittelbare Fokus ist auf dem PGA Championship. Aber ich habe heute die Bekleidung und meine Golftasche ausgefasst, da wird Olympia schon greifbarer. Da steigt natürlich die Vorfreude umso mehr", sagte der zuletzt bei den British Open am Cut gescheiterte Oberwarter.

Mit Jason Day, Dustin Johnson, Jordan Spieth und Rory McIlroy verzichten die ersten vier der Weltrangliste mit dem Verweis auf das Zika-Virus und persönliche Gründe auf Olympia. Der schwedische British-Open-Sieger Henrik Stenson, die neue Nummer 5 der Welt, wird in Brasilien wie Wiesberger aber dabei sein.

"Für den Golfsport wäre es wichtig und optimal gewesen, wenn das Feld so stark wie möglich gewesen wäre."

Bernd Wiesberger

Die Absagen anderer Stars beurteilt Wiesberger neutral. Terminkollisionen, Gesundheitsbedenken und persönliche Gründe seien als Argumente zu akzeptieren. "Das sind individuelle Entscheidungen. Mir bleibt kein Grund, das gut oder schlecht zu heißen", meinte Wiesberger. Das Fehlen der Topstars beim Comeback auf der Olympia-Bühne sei freilich auch sehr schade. "Für den Golfsport wäre es wichtig und optimal gewesen, wenn das Feld so stark wie möglich gewesen wäre."

Durch das in der Spitze ausgedünnte Feld seien aber immerhin seine Chancen gestiegen. "Es ist vielleicht eine Spur einfacher, vorne um eine Medaille mitzuspielen. Es sind aber immer noch viele Topspieler drinnen."

"Bedeutung des Olympiaturniers noch nicht bewusst"

Ob das Fernbleiben der Stars die Olympiazugehörigkeit seines Sports nach 2020 gefährden könnte, sei offen. "Natürlich kann es passieren. Die Absagen sind nicht hilfreich, aber man muss abwarten, wie das Turnier ankommt. Ich glaube, dass der Golfsport zu den Olympischen Spielen gehört. Er sollte seinen Platz dort haben. Man sollte es nicht auf die eine außergewöhnliche Situation reduzieren. Die Situation mit dem Zika-Virus und der Planung ist eben nicht einfach. Ich habe mich früh entschlossen, dass ich dabei sein werde."

Wiesberger glaubt, dass sich die Bedeutung des Olympiaturniers erst im Bewusstsein aller Profis festsetzen muss. "Es wird eines der begehrtesten Turniere werden in der Zukunft - hoffentlich. Majors kann man 10 bis 15 Jahre spielen, Olympia wird man auf einer Hand abzuzählen können", betonte der 30-Jährige, der am Sonntag zum PGA Championship reist. Danach bleibt er zur Vorbereitung auf Rio in Florida, ehe er am 5. August nach Brasilien fliegt.

Er selbst blicke jedenfalls voller Vorfreude und ohne Bedenken nach Rio, so Wiesberger. Er freue sich bereits auf das Zusammenkommen im Olympischen Dorf, das er im Gegensatz zu einigen Golfkollegen aus dem Ausland bewohnen wird. Und auch das Lederhosen-Outfit des ÖOC gefällt der Nummer 54 der Welt. "Ich finde das super, originell und gut durchdacht."