Erstellt am 28. Dezember 2014, 06:08

von Bernhard Fenz

Grasski: Gemeinsam sind sie stark. Vizeweltmeister Michi Stocker betreut als Sportwissenschafter Burgenlands Damen-Elite.

Laktattest. Michi Stocker mit Kristin Hetfleisch beim Leistungstest in der topsport.at-Zentrale in Wiener Neustadt. Foto: Bernhard Fenz  |  NOEN, Bernhard Fenz
Kristin Hetfleisch und Lisa Wusits sind beide 17 Jahre jung, stammen aus dem Südburgenland, fahren erfolgreich Grasski (die für den SC Rettenbach startende Hetfleisch wurde neuerdings Gesamtweltcup-Siegerin, Wusits vom SK Bad Tatzmannsdorf krönte sich 2013 zur Slalom-Weltmeisterin in der Allgemeinen Klasse) und nutzen mittlerweile beide eine Betreuungs-Schiene aus derselben Sparte: Sie werden von Michi Stocker konditionell auf Vordermann gebracht.

„Der Grund des Erfolgs ist nicht der Bayern-Dusel,
sondern dass sie körperlich besser sind als der Rest.“
Michi Stocker zieht Vergleiche zum deutschen
Fußball-Serienmeister aus München

Der 31-jährige Wiener Neustädter – er startet als Grasski-Athlet für den SC Neudörfl und hat als Sportlicher Leiter Ski Alpin im Burgenländischen Skiverband hierzulande auch seit Jahren ein Trainer-Standbein – hat ganz klare Vorstellungen, um seine Schützlinge weiterzuentwickeln: „Es geht darum, sich rechtzeitig bestens vorzubereiten. Die körperliche Leistungsfähigkeit darf während der Saison und zum Abschluss bei der Weltmeisterschaft kein limitierender Faktor sein.“

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Gerade bei der Grasski-Elite, wo sich einige wenige Athletinnen im Hundertstel-Kampf die Weltspitze untereinander ausmachen, geht es um Nuancen. „Im Fußball ist das nicht anders. Da geht vieles auch über die körperlichen Voraussetzungen. Es ist nicht der Bayern-Dusel, dass die immer vorne stehen, sondern auch deshalb, weil sie körperlich besser sind als der Rest.“

Genau das will Stocker, der als Leistungsdiagnostiker und Konditionstrainer des neu gegründeten Vier-Mann-Unternehmens „topsport.at“ im Casa Mobile Wiener Neustadt den Status Quo regelmäßig erhebt und überprüft, bei seinen Grasski-Athletinnen erreichen.

Seit 30. September etwa arbeitet er mit der frischgebackenen Grasski-Gesamtweltcup-Siegerin Kristin Hetfleisch zusammen. Alle zwei Wochen wird bei einem Treffen die Vorgehensweise besprochen, alle acht bis zwölf Wochen erfolgt eine Leistungsüberprüfung.

Erstes Highlight 2015: Auftakt im Burgenland

Das erste Resümee: „Sie wird immer besser und hat noch Potenzial nach oben. Es macht jedenfalls Sinn, sich schon jetzt auf die neue Saison vorzubereiten und nicht zu viel Zeit vergehen zu lassen.“

Im kommenden Jahr warten schließlich als aufgelegte Highlights der Weltcup-Auftakt Ende Mai in Rettenbach und am Saisonende die Weltmeisterschaft in Italien. Nebenbei wollen die Mädls im Gesamtweltcup wieder ein Wörtchen mitreden.

Gleiches gilt übrigens auch für den mehrfachen WM-Medaillengewinner Michael Stocker, der neben seiner Betreuungs-Tätigkeit ja nach wie vor Grasskifahrer ist und so wie seine weiblichen Kolleginnen von Erich Horvath trainiert wird. Edelmetall in Gold fehlt noch. Das soll 2015 gelingen oder spätestens 2017 – wenn die WM in Kaprun steigt. „Wenn mir das dort gelingt, steige ich noch im Zielbereich für immer ab. Das wäre der krönende Abschluss.“