Erstellt am 11. Juni 2016, 09:21

von Dieter Dank

Grüne Flagge für Oberpetersdorf und Schwarzenbach. Die Spielgemeinschaft zwischen den beiden Vereinen aus dem Burgenland und aus Niederösterreich wird zwar nichts, nun steht eine neue Variante am Start. Die Klubs werden eine Kooperation eingehen und künftig in der 1. Klasse Mitte im Burgenland gemeinsame Sache machen.

Kein gemeinsames Jubeln mehr: Oberpetersdorf-Kicker Stefan Decker (l.) bleibt der Kooperation erhalten. Klaus Wildzeiss (r.) laboriert an Bandscheibenproblemen und wird wohl seine Laufbahn beenden.  |  NOEN, Foto: Dank
Zur Vorgeschichte: Oberpetersdorf (1. Klasse Mitte) und Schwarzenbach (Gebietsliga Süd-Südost/NÖ) wollten in der kommenden Saison als fußballerische Einheit in Form einer Spielgemeinschaft in der 1. Klasse Mitte auftreten. Die Heimspiele sollten abwechselnd auf dem Oberpetersdorfer und auch dem Schwarzenbacher Grün ausgetragen werden.

Die zuerst geplante Spielgemeinschaft erlitt aber einen Motorschaden -  aufgrund des Dementi seitens des Niederösterreichischen Fußballverbandes (NÖFV). Für zu einzigartig und somit auch zu komplex stufte der benachbarte Verband die Zusammenschließung der aus zwei verschiedenen Bundesländern stammenden Klubs ein.

Nun drückten die beiden Vereine selbst auf das Gaspedal und entschlossen sich für das Eingehen einer Kooperation. Der einzige Kratzer an diesem Vorhaben war bislang das Erlangen der Spielerlaubnis vom Burgenländischen Fußballverband (BFV) und jenes des NÖFV, um das Bespielen beider Sportstätten zu ermöglichen.

Oberpetersdorf atmet auf

Zu Wochenbeginn merkte man im Gespräch mit ASK-Oberpetersdorf-Obmann Erich Schöll durchaus noch eine gewisse Anspannung. „Sollte die Bestätigung nicht rasch eintreffen, könnte es im schlimmsten Falle zu einer Spielbetriebseinstellung in Oberpetersdorf kommen.“ Doch zum Ende dieser Woche war beim Vereinsoberhaupt eine große Erleichterung spürbar – stimmte der BFV-Vorstand in einer Sitzung mehrheitlich der Spielortthematik zu.  Auch seitens des NÖFV sollte die Sache durch sein. 

BFV wartet auf den Segen des ÖFB

Auf BVZ-Nachfrage gab BFV-Geschäftsführer Simon Knöbl zu Protokoll: „Wir sind freilich auf den Fortbestand der burgenländischen Vereine bestrebt. Und daher sind wir auch dem Wunsch von Oberpetersdorf nachgekommen. Dennoch haben wir auch den nicht alltäglichen Fall an den österreichischen Fußballballbund (ÖFB) zur Prüfung übermittelt. Wir wollen uns dadurch in dieser Causa rechtlich absichern - und hoffen zugleich auf eine zeitnahe Entscheidung des ÖFB. Ich möchte dieser aber nicht vorgreifen und vermeide daher, meinerseits eine Prognose über einen möglichen Ausgang in dieser Sache.“ 

Schwarzenbach verabschiedet sich aus dem Fußball-Zirkus

Für Schwarzenbach-Funktionär und Nachwuchschef Josef Bauer gibt es allerdings keinerlei Zweifel mehr über die bevorstehende gemeinsame Punktejagd mit Oberpetersdorf. „Sowohl der ÖFB als auch der NÖFV waren von unserem Vorhaben im Vorfeld eingeweiht gewesen. Bei der Jahreshauptversammlung wird die beantragte Ruhestellung der Kampf- und Reservemannschaft beschlossen. Der Frauen- und Nachwuchsbetrieb wird allerdings weiterhin aufrecht erhalten bleiben. Wir wollen mit der für mich als sinnvoll erscheinenden Kooperation mit Oberpetersdorf unseren Spielern eine Wohlfühloase bieten, sowohl in sportlicher, als auch in wirtschaftlicher Hinsicht.“ 

Beide Boxenchefs nicht mehr dabei

Trotz der lange andauernden Ungewissheit wurde hinter den Kulissen bereits eifrig an den personellen Schrauben gedreht. So spielen die beiden Coaches Robert Waltner (Oberpetersdorf) und Roman Waldherr (Schwarzenbach) in der neuen Spielzeit keine Rolle mehr. Waldherr schloss mit seinem Team die Saison in der Gebietsliga Süd/Südost auf dem beachtlichen zweiten Rang ab.

„Wir wollen den Akteuren faire Verhältnisse bieten und bedanken uns bei Roman für die tolle Arbeit, die er geleistet hat“, begründet Bauer diesen Schritt. Die Oberpetersdorfer um Spielertrainer und Ex-Mattersburg Profi Robert Waltner werden die Saison unter den Top-Fünf abschließen. Auch Schöll bläst daher ins selbe Horn: „Wir waren mit Robert sehr zufrieden, dennoch forcieren wir eine neutrale Lösung am Trainerposten.“ 

Didi Lueger ante portas

 Als möglicher Nachfolger wird der aktuelle SV Breitenau-Schwarzau Betreuer Didi Lueger heiß gehandelt. Aber auch am Spielersektor geht es bereits in die Finalrunde: „Es ist alles schon in trockenen Tüchern und ich bin sehr zuversichtlich, dass wir in der Meisterschaft eine gute Rolle spielen werden“, so Bauer und Schöll abschließend im gemeinsamen Tenor.