Erstellt am 21. Dezember 2013, 15:00

Guay-Sieg in Gröden - Schwere ÖSV-Niederlage. Der kanadische Ex-Weltmeister Erik Guay hat am Samstag die Weltcup-Abfahrt in Gröden gewonnen.

Der 32-Jährige siegte auf der Saslong in 1:56,65 Minuten knapp vor dem Norweger Kjetil Jansrud (+0,12 Sek.) sowie dem Franzosen Johan Clarey (0,24). Die Österreicher fühlten sich auf der Saslong einmal mehr unwohl und schlitterten neuerlich in ein Debakel. Bester ÖSV-Athlet war Max Franz als Elfter. Der Kärntner führte damit ein abgeschlagenes rot-weiß-rotes Paket an. Es folgten Georg Streitberger (12.), Matthias Mayer (14.), Florian Scheiber (15.), Hannes Reichelt (17.), Klaus Kröll (20.), Joachim Puchner (25.) und Romed Baumann (26.). Österreichs Speed-Truppe muss weiter auf den ersten Sieg seit 29. Dezember 2012 warten.

Streitberger fand bei der Analyse der ÖSV-Schwäche in Gröden recht klare Worte: "Wenn wir uns ehrlich sind, dann haben wir einfach zu wenig Gefühl für Gröden. Da gibt's keine Ausreden, wir fahren hier wahrscheinlich zu hart." Streitberger nannte Michael Walchhofer als weiterhin letzten ÖSV-Fahrer, der den Anforderungen auf der Saslong gewachsen war. Walchhofer hatte in Gröden je zweimal Abfahrt und Super-G gewonnen.

Da sich das ÖSV-Debakel bereits in den Trainings angedeutet hatte, hielt sich die Überraschung in Grenzen. Auch bei Franz, der ebenfalls ganz schnell seinen Fokus Richtung Bormio richtete: "Da werden wir auf jeden Fall besser ausschauen."

Im krassen Gegensatz zu den Österreichern agierte Guay. Der Abfahrts-Weltmeister 2011 wusste auch, wo und wie er seinen vierten Sieg im Weltcup fixiert hat: "Mit meiner Sprungposition hole ich viel Zeit heraus. Und meine Linie auf der Ciaslat war einfach ideal." Und das, obwohl Guay aufgrund einer Knieoperation im vergangenen Sommer erst im November erstmals auf seine Atomic-Ski gestiegen war.

Für Topfavorit Aksel Lund Svindal blieb nur Rang vier. Der Norweger baute aber seine Führung im Gesamt-Weltcup auf den Salzburger Marcel Hirscher auf 175 Punkte aus.