Erstellt am 11. Mai 2015, 05:47

von Michael Pekovics

Eklat im Halbfinale. Der 88:71-Sieg der Güssing Knights im ersten Play Off-Halbfinale gegen die Kapfenberg Bulls wurde von Tumulten am Spielfeldrand überschattet. Bulls-Coach Michael Schrittwieser und Shawn Ray wurden ausgeschlossen.

Güssing Knights-Kapitän Manuel Jandrasits und seine Mannschaft wissen noch nicht, ob sie am Mittwoch im Aktivpark Güssing oder in der Oberwarter Sporthalle Spiel zwei gegen Kapfenberg bestreiten werden.  |  NOEN, Michael Pekovics
35 Minuten lang stand Basketball im Zentrum des ersten Play Off-Halbfinales Güssing gegen Kapfenberg. Dann rastete Bulls-Coach Michael Schrittwieser wegen eines nicht gepfiffenen Fouls aus, stürmte aufs Spielfeld und stellte sich Schiedsrichter Bernhard Attwenger in den Weg. Der zögerte keine Sekunde und schloss Schrittwieser aus.

Auch Ray nach Videobeweis des Felds verwiesen

Damit war aber noch lange nicht Ruhe. Der Headcoach der Steirer schimpfte und ärgerte sich weiter. Als ihn dann ein Ordner der Knights aus der Halle bringen wollte und ihn leicht berührte, stieß Schrittwieser den Offiziellen zurück. Und gleich daraufhin mischte sich auch Shawn Ray ein, der dem Ordner einen weiteren Stoß versetzte, der daraufhin am Schreibertisch landete.

Nach einer Videoanalyse der Szenen wurde auch Ray ausgeschlossen. Im SKY-Interview nach dem Spiel ärgerte sich Schrittwieser weiter über die seiner Meinung nach tendenzielle Leitung der Referees und zeigte sich zunächst gar nicht einsichtig: „Das hat heute jeder gesehen, wie hier gepfiffen wird.“

Und: „Ich habe seit meinem Ausschluss in nur wenigen Minuten vier SMS von anderen Vereinen bekommen, dass sie gut finden, dass endlich jemand etwas gegen diese Ungleichbehandlung macht. Das bestätigt und freut mich.“

Ray wirkte im Interview nach dem Spiel hingegen niedergeschlagen: "Mir sind die Emotionen durchgegangen, das darf mir als Profi nicht passieren. Ich bin aber ein Mensch, so etwas kann passieren."

Zwischenspurt sorgte für relativ sicheren Sieg

Rein sportlich war das Spiel bis zur Pause eine ausgeglichene Angelegenheit. Nach einer nervösen Anfangsphase beider Mannschaften entwickelte sich ein flottes Spiel mit leichten Vorteilen bei Güssing.

Die von Headcoach Matthias Zollner perfekt eingestellten Ritter legten im dritten Viertel dann allerdings einen Zwischenspurt aufs Parkett (34:17). Davon erholten sich die Bulls nicht mehr, auch wenn sie im vierten Viertel nach einem Rückstand von über 20 Punkten noch auf elf Punkte heran kamen.

Was die Tumulte am Spielfeldrand nun für Konsequenzen nach sich ziehen werden, muss die Liga entscheiden.

Spiel zwei findet schon am Mittwoch statt. Weil allerdings nicht fix ist, ob im Aktivpark wegen der noch immer andauernden Streitigkeiten zwischen Gemeinde und Eigentümer überhaupt gespielt werden kann, haben die Verantwortlichen zur Sicherheit die Oberwarter Sporthalle reserviert.