Erstellt am 03. November 2010, 00:00

„Habe mehr erwartet“. NACHWUCHSFUSSBALL / Die Teams der Akademie Burgenland liegen am Ende der Tabelle – der Sportliche Leiter Hans Füzi nimmt Stellung.

Hans Füzi, Sportlicher Leiter der Fußballakademie Burgenland, hat derzeit speziell bei den Betrieben in den drei Jugendligen keine große Freude mit dem rot-goldenen Abschneiden.BERNHARD FENZ  |  NOEN
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VON BERNHARD FENZ

Ergebnisse sind nicht wichtig, das ist speziell im Nachwuchsfußball ein legitimer Sager. Wesentlicher ist die Entwicklung der Spieler, und das wiederum ist nicht zwingend nur an Spielausgängen messbar. Nun denn.

Zu hinterfragen ist die aktuelle sportliche Situation in der Akademie Burgenland aber sehr wohl. Denn ganz abgesehen davon, dass niemand gerne verliert, sind die Ergebnisse doch beängstigend dürftig. Die U15 unter Trainer Werner Kögl liegt nach zehn Spieltagen mit acht Punkten an drittvorletzter Stelle. Bei der U16 von Stefan Fuhrmann (vier Punkte) und bei der U18 unter Joe Furtner (vier Punkte) – beide Mannschaften sind Letzter – sieht es noch trister aus. Insgesamt holten die drei Teams in 30 Spielen drei Siege und sieben Remis. Für Hans Füzi, den Sportlichen Leiter der Akademie, ist das Abschneiden der U18 „die größte Enttäuschung. Hier habe ich mir weit mehr und vor allem auch bessere Ergebnisse erwartet.“

Einstellung einiger Spieler  sei „sehr mangelhaft“

Gründe, warum es nicht läuft? „Es kommen viele Faktoren zusammen. Wesentlich ist aber, dass die Einstellung gewisser Spieler nicht ihrer Zielsetzung entspricht und dem, was sie einmal erreichen wollen.“ Unprofessionalität also. Andererseits gibt es ja Trainer, die für die Entwicklung, die Förderung der Einstellung und das Tun der jungen Talente verantwortlich sind. Diese nimmt Füzi bei der Kritik jedoch definitiv aus: „Ich bin wirklich davon überzeugt, dass hier alle Leute hervorragend arbeiten. Einige Spieler begreifen aber nicht, was ihnen nahegelegt wird.“ In der U16 spricht Füzi ebenso Klartext: „Seinerzeit haben wir einige talentierte Spieler verloren, aktuell ist die Qualität in diesem Jahrgang aber niedrig wie schon lange nicht. Es gibt zwar auch hier einige, die top sind, aber elf halbwegs gleichwertige Spieler sind nicht drin.“ Und die U15 müsse laut Füzi erst nachhaltig zusammenfinden: „Außer bei Vorarlberg und Tirol, wo es genauso wie bei uns ist, wachsen die Spieler schon früher miteinander auf.“

Trotzdem malt der 52-Jährige nicht schwarz und sagt, worauf es ihm ankommt: „Unser Ziel ist es, genügend Talente zum SV Mattersburg zu bringen. Das schaut auch wirklich gut aus. Wenn es uns gelingt, pro Jahr einen Spieler raufzubringen, der dann bei den Profis zum Stamm zählt, ist es ein großer Erfolg.“