Erstellt am 16. Mai 2014, 07:00

von Bernhard Fenz

Hafner: „Er war nie ein Stinktier“. Erste Liga | Parndorf setzt auch weiter voll auf Julian Salamon. Dieser wiederum will sich vor seinem Abgang erfolgreich verabschieden.

Im Frühjahr spielte Julian Salamon (vorne) noch gegen Liefering und René Aufhauser (r.), ab Sommer wartet Red Bull Salzburg. Foto: B. Fenz  |  NOEN, B. Fenz
Es war eine gute Aktion, dass Julian Salamon am Dienstag vergangener Woche nach dem Training die gesamte Mannschaft in der Kabine offen von seinem eben bekannt gewordenen Wechsel im Sommer zu Bundesligist Wiener Neustadt informierte. Der in Mattersburg wohnhafte Stötteraner unterzeichnete einen Vertrag bis Sommer 2015 (plus Option auf ein weiteres Jahr).

Wir haben ihm alle gratuliert“

Am Ende folgte noch die Klarstellung, alles für den Klassenerhalt geben zu wollen, klatschender Beifall der Kollegen inklusive – für den ebenfalls anwesenden Trainer Paul Hafner ein „sehr gutes Indiz, dass die Mannschaft den Schritt gleich akzeptiert hat.“

Das hat sie offensichtlich, wie Kapitän Roman Kummerer bestätigt: „Die Art und Weise war absolut in Ordnung. Auch wenn ich ihn nächste Saison gerne weiter bei uns gesehen hätte, so hat er es sich mit den gezeigten Leistungen verdient. Wir haben ihm alle gratuliert.“
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„Ich werde alles, was ich habe, jetzt noch für Parndorf reinwerfen.“
Julian Salamon über das Saisonfinish, bei dem er mit dem SC/ESV unbedingt den Klassenerhalt fixieren will

Der Chefcoach („Ich liebe seinen Spielstil und mag ihn persönlich sehr“) ahnte bereits, dass sich Salamon verändern werde – in diesem Geschäft keine außergewöhnliche Sache. Dass es für seinen Noch-Spieler in eine höhere Liga geht, wertete der 37-Jährige aber positiv: „Das ist ja auch ein Beweis dafür, dass bei uns scheinbar gut gearbeitet wird. Ich finde es schön, dass er sich in Parndorf entwickelt hat.“

Mit offenen Karten spielen und gemeinsam bis zum Ende für die Sache auftreten, dieses Motto ist für Julian Salamon selbstverständlich: „Ich bin gut drauf, möchte der Mannschaft helfen und werde alles, was ich habe, jetzt noch für Parndorf reinwerfen.“

Hier, wo er nach Stationen beim BNZ Burgenland, der Stronach-Akademie von Austria und dem SC Neusiedl am See im Juli 2009 gelandet war, feierte er in der vergangenen Saison mit dem Ostliga-Titel und dem Relegationssieg gegen Blau Weiß Linz den bisher größten Erfolg. Gleichzeitig erlebte der mittlerweile 23-Jährige mit einem Kreuzband- und einem Seitenbandriss auch deftige Tiefschläge im Nordburgenland.

Auf den Spuren von Philipp Hosiner?

Spätestens mit dem starken Frühjahr aber kickte sich Julian Salamon in die Notizblöcke anderer Vereine, die Story riecht mit dem Wechsel in das Fußball-Oberhaus nach einer authentischen persönlichen Weiterentwicklung: „Diese Chance will ich nutzen. Ich kann mich aber nur bei Parndorf bedanken, dort bin ich ständig unterstützt worden und habe die Möglichkeit erhalten, mich zu beweisen.“

Für das Saisonfinale und die möglichen Relegationsspiele gegen den LASK hat sich der quirlige Offensivmann jedenfalls noch einiges vorgenommen. „Im Vorjahr ist „Schoko“ Jailson zu Austria Lustenau gewechselt und hat mit uns vorher noch die Relegation gewonnen. Ein Jahr davor hat Philipp Hosiner die Vienna vor seinem Wechsel zur Austria in der Relegation zum Sieg geschossen – es wäre wunderbar, wenn ich mich hier ähnlich verabschieden könnte.“

Dass so ein Szenario durchaus möglich ist, kann sich Trainer Paul Hafner vorstellen. Er setzt weiter auf Salamon und glaubt nicht daran, dass sich der Bald-Neustädter bereits jetzt schonen könnte: „Da spricht sein Charakter dagegen. Er ist ein positiv denkender Mensch und ein gerader Typ, der auch unangenehme Dinge anspricht. Außerdem war er nie ein Stinktier, das sich gehen lassen hat, wenn er mal nicht drangekommen ist.“