Erstellt am 16. Februar 2013, 13:10

Hansdotter führt im Slalom. Österreicherinnen abgeschlagen. Schild Top-Ten. Zettel weit zurück.

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Mit den nur durch 0,20 Sekunden getrennten Top-Vier kündigt sich beim Damen-Slalom der Ski-WM in Schladming ein spannendes Finale an. Die Schwedin Frida Hansdotter führt vor der Finnin Tanja Poutiainen (+ 0,17 Sekunden), dem US-"Wunderkind" Mikaela Shiffrin (0,18) und der Deutschen Maria Höfl-Riesch (0,20). Hinter der Slowenin Tina Maze (0,47) folgt die Salzburgerin Michaela Kirchgasser (0,55) als beste ÖSV-Läuferin als Sechste.
 
Kirchgasser scheint im letzten WM-Rennen von Chefcoach Herbert Mandl Österreichs einzige realistische Medaillenhoffnung zu sein. Die durch erhöhte Temperatur geschwächte Tirolerin Nicole Hosp (1,41) ist Neunte, die Salzburger Titelverteidigerin Marlies Schild (1,43) schaffte es bei ihrem mit Spannung erwarteten Comeback auf Platz zehn. Die kraftlose Kathrin Zettel (1,50) liegt zur Halbzeit auf Rang zwölf, Bernadette Schild (2,05) auf Platz 20.

Schild-Comeback geglückt
Um 10.15 Uhr war es soweit. Mit Startnummer 11 katapultierte sich Schild nur 58 Tage nach ihrer bei einem Trainingssturz in Aare erlittenen Knieverletzung aus dem Starthaus und in das WM-Rennen. "Durch die lange Rennpause hab ich mich am Start nicht wirklich sicher gefühlt. Und das hat sich ein bisschen auf die Fahrt übertragen", berichtete Schild.
 
"Aber heute gibt es nichts zum enttäuscht sein, das hab ich schon vorher gesagt", sagte die 31-Jährige, die keine körperlichen Wehwehchen verspürte: "Ich hatte mit dem Knie überhaupt kein Problem. Ein kleines bisschen hat mir gefehlt, um den Schwung richtig ziehen zu können."
 
Kirchgasser ist voll im Rennen um ihre erste WM-Einzel-Medaille. "Wirklich lupenrein war es nicht wirklich, aber einen Fehler brauche ich anscheinend immer", sagte die Salzburgerin. "Es war nicht der beste Lauf, aber der Fehler oben hat mich ein bisserl aufgeweckt, der Mittelteil war ganz gut. Es schaut einmal ganz gut aus. Alles oder nichts ist die Devise. Volle Attacke. Vorbei ist noch nichts."
 
Hosp ist am Freitag noch mit erhöhter Temperatur im Bett gelegen. "Ich hab' mir ein bisschen schwergetan, gestern bin ich noch krank im Bett gelegen. Da war es schwierig, heute die Spannung aufrecht zu halten", berichtete die Tirolerin, die in Schladming aber bereits zwei Medaillen (Team-Gold, Kombi-Bronze) gewonnen hat.

Kathrin Zettel stößt an Reserven
Bei Zettel neigen sich die Kräfte dem Ende zu. Zudem hatte die Niederösterreicherin in den vergangenen Tagen mit massiven Schlafproblemen zu kämpfen gehabt. "Mir geht es nicht besonders gut, ich bin nicht mehr allzu fit. Ich habe sehr wenig geschlafen, und dem muss ich jetzt Tribut zollen. Ich bin an meine Reserven gestoßen, was die Energie betrifft", erzählte die geschwächte Zettel.
 
Gut gefühlt hat sich hingegen die jüngere Schild-Schwester Bernadette. "Aber leider war gleich am Anfang ein Fehler dabei. Mit der Fahrt war ich nicht zufrieden, dafür hält sich der Rückstand eh noch in Grenzen."