Erstellt am 01. Juni 2011, 14:18

Harnik: Sensation wäre "schlimmer als Färöer". Österreichs Fußball-Nationalteam ist am Mittwoch von Bad Tatzmannsdorf nach Wien übersiedelt. Im Ernst-Happel-Stadion feilen die Österreicher am Mittwoch und Donnerstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit an taktischen Finessen und Standardsituationen.

Am Freitag geht es dann um 20.30 Uhr gegen Deutschland um die kleine Chance, sich vielleicht doch noch für die EM 2012 zu qualifizieren.

Martin Harnik ist jener österreichische Teamspieler, der Deutschland kennt wie kein anderer. Harnik wurde 1987 als Sohn einer Deutschen und eines Steirers in Hamburg geboren. Er verbrachte auch seine gesamte bisherige Karriere in Deutschland bei SC Vier- und Marschlande, Werder Bremen, Fortuna Düsseldorf und VfB Stuttgart, irgendwann will der 23-Jährige aber auch einmal in Österreichs Bundesliga spielen.

Harnik ("Ich kann das Wort Cordoba nicht mehr hören") weiß, was der erste Pflichtspielsieg Österreichs gegen den "großen Bruder" seit der WM 1978 in Deutschland anrichten würde. "Die Blamage wäre für die Deutschen sehr groß, das wäre noch schlimmer als für uns Färöer. Mich würde schon interessieren, wie nach einem Sieg von uns die Schlagzeilen lauten würden", meinte Harnik in Anspielung auf Österreichs historische Pleite gegen die Färöer im Jahr 1990.

Während ganz Fußball-Österreich von einem Coup gegen die Deutschen träumt, ist es für den großen Favoriten eigentlich nur ein weiterer Pflichtsieg. "Die Rivalität ist sehr einseitig. Deutschland hat andere Erzrivalen wie England oder Holland", stellte Harnik klar.

Vor dem jüngsten Aufeinandertreffen im Rahmen der EM 2008 hatte der Offensivspieler mit einer Wortspende für Schlagzeilen gesorgt, wonach sich die Deutschen in die Hose machen würden. Für Harnik war das viel Lärm um nichts, die Aussage sei aus dem Zusammenhang gerissen worden. "Damals war ich noch drei Jahre jünger, ich habe daraus gelernt", sagte der Stuttgart-Legionär, der eigentlich alles andere als große Sprüche klopfen möchte.