Erstellt am 11. Juli 2011, 11:59

Heißer Bundesliga-Abstiegskampf. War es in der abgelaufenen Saison noch der Zweikampf zwischen dem LASK und Mattersburg, der das Abstiegsrennen in der Fußball-Bundesliga dominierte, so kündigt sich für die am Wochenende beginnende Saison 2011/12 eine etwas spannendere Auseinandersetzung an.

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Vor allem die von Mäzen Frank Stronach verlassenen Wiener Neustädter, aber auch Aufsteiger Admira und die Mattersburger müssen wohl damit rechnen, in den Kampf um den Klassenerhalt verstrickt zu werden.

Dass man sich in der Südstadt und in Wiener Neustadt diesbezüglich keine Illusionen macht, lässt sich schon den Statements der Trainer entnehmen. "Unser Hauptziel ist es, in der Bundesliga zu bleiben", sagte Neustadt-Coach Peter Stöger, der die Nachfolge des zu Rapid abgewanderten Peter Schöttel antritt. Sein Kollege bei der Admira, Dietmar Kühbauer, sieht es ähnlich: "Wir wollen in der Liga drinbleiben. Ob Platz sechs oder neun ist mir egal."

Die vergleichsweise bescheidenen Ziele sind wohl begründet, beide Teams finanziell limitiert. Das Budget Wiener Neustadts wurde nahezu halbiert, nach dem Abgang von Geldgeber Stronach, der lediglich noch für die auslaufenden Spielerverträge aufkommt, ist eine junge Welle über den Aufsteiger des Jahres 2009 geschwappt.

Fast eine ganze Elf, nämlich neun Spieler, darunter Stützen wie Saso Fornezzi, Pavel Kostal, Vaclav Kolousek, Hannes Aigner, Alexander Grünwald, Guido Burgstaller und Mirnel Sadovic nahmen Abschied, gekommen sind zehn andere wie Fernando Troyansky, Günter Friesenbichler, Danijel Prskalo, Daniel Wolf und einige Junge. "Ich bin mit dem Kader zufrieden", meinte Stöger dennoch. "Wir haben viele junge Spieler mit Perspektiven, die sich bei uns beweisen wollen."

Finanzielle Sorgen will man bei der Admira nicht haben. "Wie jeder Betrieb müssen auch wir sparen. Aber wir werden nicht wesentlich höhere Personalkosten haben als im Vorjahr, dafür aber mehr Einnahmen durch Zuschauer und Sponsoren. Wir haben alles im Griff", sagte Clubchef Richard Trenkwalder, der zuletzt wegen einiger ausstehender Meisterprämien und einer Geldstrafe in fünfstelliger Höhe wegen angeblicher Doppelverträge in die Negativschlagzeilen geraten war.

Im Gegensatz zu Wr. Neustadt kann Admira-Trainer Kühbauer jedenfalls zu großen Teilen auf die Meistermannschaft der ersten Liga setzen, punktuell hat man sich verstärkt bzw. in eine "längere Bank" investiert. So sicherte sich man sich die Dienste der Stürmer Philipp Hosiner und Issiaka Ouedraogo, des Mittelfeldmanns Emin Sulimani sowie der beiden Verteidiger Rene Seebacher und Andreas Schrott.

Angsthasenfußball ist bei Kühbauer nicht zu erwarten. "Es wird kein Catenaccio geben, Risiko gehört dazu", meinte der Ex-Teamkicker, der "volles Vertrauen" in sein Team hat. Auch wenn sich der Druck auf die Kicker um Edel-Routinier Patrik Jezek erhöhen wird. Kühbauer: "Man wird heuer sehen, wie die Psyche der Spieler ist, wie sie das verkraften." Eines dürfte jedenfalls klar sein: Mit Kühbauer als Dirigent wird die Admira wohl kaum mehr als "Graue Maus" gelten.

Weniger bedrohlich sieht man die Lage vor dem Ligastart offenbar in Mattersburg. Nach einer schweren Saison, in der der LASK erst im Frühjahr abgeschüttelt werden konnte, will man mit dem Abstieg diesmal nichts zu tun haben. "Wir wollen uns ein Stück weiter nach oben orientieren, weil wir glauben, dass die Mannschaft gereift ist", sagte Trainer-Urgestein Franz Lederer, der auch in der Saison 2008/09 lange Zeit um den Klassenerhalt hatte bangen müssen.

Die Burgenländer gehörten schon wie im Vorjahr zu jenen Clubs, die sich am Transfermarkt eher zurückhielten. Den Abgängen von Peter Chrappan, Thomas Salamon, Matthias Lindner und Stefan Bliem standen die Zugänge von Martin Rodler, Wilfried Domoraud sowie der beiden Heimkehrer Adnan Mravac (Innenverteidigung) und Markus Böcskör (Tor) gegenüber. "Meine Wünsche wurden erfüllt. Die Leute, die gegangen sind, wurden eins zu eins ersetzt, außerdem haben wir noch Mravac dazubekommen", meinte Lederer zuversichtlich.