Erstellt am 12. November 2014, 06:27

von Bernhard Fenz

Hitzel mit voller Konzentration aufs russische Team. Gerhard Hitzel nahm im Auftrag des ÖFB den nächsten Gegner der Österreicher genau unter die Lupe.

Volle Konzentration: Der Burgenländer Gerhard Hitzel hat für den ÖFB den kommenden Gegner in der EM-Quali beobachtet. Foto: Baldauf  |  NOEN, Franz Baldauf

Es ist kein Zufall, dass mit Gerhard Hitzel der ehemalige Nachwuchs-Teamchef und langjährige Boss der rot-weiß-roten Trainerausbildung vom Österreichischen Fußballbund beauftragt wurde, um für das Länderspiel am Samstag (18 Uhr), das von Fabio Capello betreute Nationalteam regelmäßig zu beobachten.

Schließlich war der gebürtige Forchtensteiner bereits in Russland tätig, konkret ab 2008 als Koordinator der Nachwuchsakademie von Lok Moskau. Also konnte der Fachmann seine Russland-Erfahrung seit März wieder aufleben lassen – und er war bei den letzten acht Länderspielen dabei, machte sich hier ein entsprechend klares Bild.

Alle Details direkt zu Teamchef Koller

Was Hitzel ganz allgemein aufgefallen ist: „Der russische Fußball schöpft sein Potenzial nicht aus, es gibt eine mörderische Breite. Aber das System, beispielsweise bei der Nachwuchsförderung, ist veraltet. Die Kreativität kommt zu kurz. Das ist ein grundlegendes Problem – wenn etwa 12-jährige Buben ohne Ball herumlaufen.“

Interessant: Außer dem russisch-spanischen Doppelstaatsbürger Denis Cheryshev (23) – er wuchs in Spanien auf und kickt aktuell bei Villareal – gibt es im A-Team keine Legionäre. Alle Akteure sind in der russischen Premier League tätig, die selbst aber wiederum laut Hitzel „von den Legionären lebt“.

Zwar ist das Kontingent in der Meisterschaft auf vier ausländische Kräfte beschränkt, in den europäischen Bewerben etwa gibt es das nicht – dann sind auch mehr einsatzberechtigt. „Es kann vorkommen, dass ein russischer Teamspieler bei seinem Verein dann auf der Bank sitzt.“

„Wir haben uns bereits intensiv ausgetauscht“

Über welche Stärken und Schwächen das Team verfügt, beziehungsweise welche sportlichen Aufschlüsse der 67-Jährige gewonnen hat, darüber dürfe Hitzel – wie er klarstellte – nicht sprechen. „Es ist so vereinbart, dass ich darüber öffentlich nichts sage.“

Schließlich sollen entsprechende Informationen im Sinne möglicher Vorteile für Rot-Weiß-Rot nur von der einen Quelle zur anderen fließen – also von Hitzel zu Teamchef Marcel Koller. „Er ist natürlich selbst ohnehin gut informiert. Wir haben uns zudem bereits intensiv ausgetauscht.“

Kein Wunder: Auch in dieser Hinsicht wird Koller vor dem richtungsweisenden EM-Qualifikations-Schlager nichts dem Zufall überlassen.


EM-Quali, Gruppe G:

1. Österreich                2      1     0       4:2        7
2. Russland                 1      2      0       6:2        5
3. Schweden               1      2      0       4:2        5
4. Montenegro            1      1      1       2:1        4
5. Moldawien             0      1      2        2:5       1
6. Liechtenstein         0      1      2        0:6        1

Samstag, 18 Uhr: Österreich - Russland, Moldawien - Liechtenstein;
20.45 Uhr: Montenegro - Schweden.


Russen im Südburgenland. Das von Fabio Capello betreute russische Nationalteam weilt seit Montagabend (und noch bis Freitag) im Avita Resort Bad Tatzmannsdorf, um sich im Teamhotel der kroatischen Nationalmannschaft von 2008 und 2014 auf den Quali-Hit am Samstag in Wien vorzubereiten.

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