Erstellt am 09. Februar 2011, 00:00

„Hoffe, wir starten bei Null“. TIPP3 BUNDESLIGA / Burgenlands Referee Christian Dintar hat einen schweren Herbst hinter sich. Was bleibt? Die Hoffnung auf Besserung.

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VON BERNHARD FENZ

Es waren spielentscheidende Fehler – konkret stets falsche Abseitsentscheidungen –, die Christian Dintar (36) im ersten Halbjahr als Schiedsrichter in der Tipp3 Bundesliga das Leben schwer gemacht hatten.

Dass ihn seine Assistenten im Stich ließen, fällt dabei nur bedingt ins Gewicht: „Die Fehler waren zwar nicht direkt auf mich zurückzuführen, aber in der Teamwertung wirkt sich das natürlich aus. Und ich kann und will mich nicht nur auf die Assistenten ausreden. Mit den gleichen Personen an der Linie sind wir schließlich aufgestiegen.“ Erklären kann sich der Leopoldsdorfer – er ist für den BFV gemeldet – die Fehler nur schwer: „Abseitsentscheidungen sind auf die Wahrnehmung im Augenblick der Situation zurückzuführen. Als Assistent musst du nicht nur körperlich top sein und gut stehen, sondern auch ein gewisses Maserl haben.“

Start am Samstag als  vierter Offizieller in Graz

Jenes Gleichgewicht stimmte scheinbar nicht immer, schließlich unterliefen glasklare Fehlentscheidungen. „Ich vergleiche das Thema Wahrnehmung immer mit einer Schlägerei bei einem Actionfilm. Wenn die Kameraposition stimmt, sieht es immer so aus, als ob derjenige getroffen ist – auch wenn er tatsächlich einen halben Meter weit weg steht. Ein George Clooney wird sich nie eine in die Pfeif’n hauen lassen…“  Hinzu kommt, dass die problematischen Partien (etwa das 2:1 von Ried gegen die Austria, als den Gästen ein regulärer Treffer aberkannt wurde) stets auf des Messers Schneide standen. „Gehen die Spiele 5:1 aus, kräht kein Hahn danach. So aber fällt klarerweise alles noch viel mehr ins Gewicht. Und es interessiert auch niemanden, wenn 98 Prozent der heiklen Entscheidungen richtig waren.“

Fazit? „Wir sind noch nicht weg vom Fenster. Ich habe den Jahreswechsel als Neubeginn gesehen und hoffe, dass wir bei Null starten können. So viel Pech wie im Herbst kann man ja gar nicht mehr haben.“

Ab Samstag ist Dintar wieder aktiv – vorerst als vierter Offizieller beim steirischen Derby Sturm Graz gegen Kapfenberg.