Erstellt am 14. Oktober 2015, 05:57

von Martin Ivansich und Bernhard Fenz

Hosiner: „Bis zur EM ist es noch eine lange Zeit“. Köln-Legionär Philipp Hosiner hängt zwar aktuell in der Warteschleife, ist aber bereit – auch für das A-Team.

Optimistisch. Philipp Hosiners ist zuversichtlich, dass er mit dem 1. FC Köln in dieser Saison noch einiges erreichen kann. Derzeit stehen die »Geißböcke« auf dem fünften Rang in Deutschlands höchster Spielklasse.  |  NOEN, Martin Ivansich
„Für mich ist ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen“, meinte Philipp Hosiner im Sommer, als sein Wechsel vom französischen Klub Rennes zum 1. FC Köln perfekt wurde.

Noch im Frühjahr musste er sich mit den Nachwirkungen der (letztlich erfolgreich verlaufenen) operativen Entfernung eines Nierentumors herumschlagen, mittlerweile ist dieses schwierige Lebenskapitel Geschichte.

BVZ.at hatte berichtet:



Nach acht Spieltagen steht Hosiner mit dem deutschen Traditionsverein auf Platz fünf. Am Sonntag ist der Vorletzte, Hannover, zu Gast.

„Man kann auf jeden Fall von einem gelungenen Start sprechen“, so der 26-Jährige, der aber auch anmerkt: „Es wäre sogar noch mehr möglich gewesen. Wir haben den einen oder anderen Punkt unnötig abgegeben.“

„Vor wenigen Monaten war an Fußball nicht zu
denken. Jetzt spiele ich in einer der besten Ligen
der Welt.“
Philipp Hosiner mit dem Blick zurück.

Die Bilanz der Domstädter liegt bislang deutlich über dem Plansoll. „Denn mit jedem Zähler, den wir machen, entfernen wir uns von den gefährlichen Tabellenregionen“, so Hosiner.

Die persönliche Bilanz hingegen könnte für den Stürmer besser aussehen. Bislang kam der Eisenstädter nicht über drei Kurzeinsätze hinaus. Logische Begründung der Reservisten-Rolle: Mit Anthony Modeste, Simon Zoller und Yuya Osako ist die Konkurrenz im (erfolgreichen) Kölner Angriff sehr stark.

„Tolles Klima in der Stadt und im Team“

x  |  NOEN, GEPA pictures/Witters
Dem ist sich auch der Burgenländer bewusst: „Dass es hier nicht einfach ist, war mir klar. Der Kader ist gut und da muss man in jedem Training alles geben. Das versuche ich und ich bin mir sicher, dass ich weitere Chancen bekommen werde.“

Dass er es auch in der Deutschen Bundesliga krachen lassen kann, hat der österreichische Bundesliga-Torschützenkönig aus der Saison 2012/13 bereits bei seinem ersten Einsatz bewiesen. Da erzielte er kurz nach seiner Einwechslung den 1:1-Ausgleich gegen den HSV umjubelten und war auch beim Siegestreffer zum 2:1 beteiligt.

„Die Leute hier sind fußballverrückt, die ganze Stadt steht hinter dem Klub. Im Stadion ist die Atmosphäre hervorragend. Wenn man dann erkannt wird, wird man auch sehr respektvoll behandelt,“ meint Hosiner. Ebenso innerhalb der Mannschaft: „Da sind wirklich super Typen drin, auch der Schmäh kommt nicht zu kurz.“

A-Team: „Da kann  noch viel passieren“

x  |  NOEN, Martin Ivansich
Es sei ihm deshalb nicht schwergefallen, sich schnell in Köln einzuleben. „Eine tolle Stadt, ein toller Verein. Daran gewöhnt man sich eben rasch.“ Gewöhnen könnte sich Hosiner auch wieder an A-Team-Einberufungen.

Spätestens durch den Nierentumor war auch die Nationalmannschaft kein Thema mehr, mittlerweile sind EM-Gedanken für Hosiner legitim – eine Teilnahme hat er noch nicht abgehakt: „Es wird schwer, wenn ich nicht regelmäßig spiele. Aber bis zur EM ist noch eine lange Zeit. Da kann viel passieren.“

Ungeduldig — aufgrund der kurzen Einsatzzeiten — ist Philipp Hosiner aber (noch) nicht. Zum einen, weil er, wie man gegen den HSV gesehen hat, auch im deutschen Oberhaus mithalten kann. Zum anderen bleibt er bescheiden: „Vor wenigen Monaten habe ich an Fußballspielen kaum Gedanken verschwendet, jetzt spiele ich in einer der besten Ligen der Welt.“