Erstellt am 06. November 2012, 11:55

Hosiner nicht im ÖFB-Kader für Elfenbeinküste-Test. Österreichs Fußball-Teamchef Marcel Koller verzichtet im Testländerspiel kommenden Mittwoch in Linz gegen die Elfenbeinküste auf Austria-Goalgetter Philipp Hosiner.

Teamchef Marcel Koller setzt im Testspiel kommenden Mittwoch (14. November) in Linz gegen die Elfenbeinküste (Cote d'Ivoire) auf Bewährtes. Der Schweizer nahm in seinem 23-Mann-Kader, den er am Dienstag in Wien bekannt gegeben hat, kaum Änderungen vor. Koller verzichtet auch auf Austria-Goalgetter Philipp Hosiner, der zuletzt in der heimischen Bundesliga überzeugt hatte.

Hosiner steht wie zumeist in der mittlerweile einjährigen Koller-Ära nur auf Abruf bereit. Sein bisher einziges Länderspiel hatte der 23-jährige Angreifer im Oktober des Vorjahres noch unter Interimsteamchef Willi Ruttensteiner im Aserbaidschan (4:1) bestritten. Sechs Tore hat Hosiner in den vergangenen zwei Ligaspielen gegen seinen Ex-Club Admira (6:4) und Ried (6:1) erzielt. Mit 14 Treffern führt der Neo-Austrianer die Schützenliste an.

"Es ist für uns gut, wenn Spieler nachstoßen und Druck machen", versicherte Koller. "Wir haben aber keinen Grund gesehen, irgendetwas zu ändern." Speerspitze Mark Janko hatte zuletzt in der WM-Quali mit einem Doppelpack gegen Kasachstan (4:0) überzeugt. Der dabei zu seinem Debüt gekommene Andreas Weimann spielt in England bei Aston Villa regelmäßig. Koller: "Wen hätte ich weglassen sollen?"

Am Wochenende hatte Koller dem Austria-Stürmer auf die Beine geschaut. "Nichts gegen die österreichische Liga, aber Ried kann sicher besser verteidigen", meinte der Teamchef. "Hosiner hat aber auch aus meiner Sicht im letzten halben Jahr zugelegt. Er ist auf einem guten Weg." Derzeit fehle noch die internationale Erfahrung. "Wenn er weiter konstant gut spielt, wird er seine Chance bekommen."

Das gilt auch für Mittelfeldspieler Raphael Holzhauser, der sich zuletzt beim VfB Stuttgart in die Stammformation gespielt hat, derzeit aber noch im U21-Kader steht. "Die Dinge haben noch ein bisschen Zeit", sagte Koller über den 19-Jährigen. "Für die Nationalmannschaft ist es noch ein bisschen zu früh." Es imponiere ihm aber, dass sich Holzhauser bis nach seinen ersten zehn Einsätzen ein Interviewverbot auferlegt habe.

Weil Bayern-München-Jungstar David Alaba nach seinem Comeback gegen Kasachstan wieder völlig fit ist, rutschte Türkei-Legionär Yasin Pehlivan aus dem Aufgebot. Im Tor setzt Koller hinter seinem Einsergoalie Robert Almer, Reservist bei Fortuna Düsseldorf, auf Lukas Königshofer und Heinz Lindner von Rapid bzw. Austria. Für den bei Sturm Graz zur Nummer zwei degradierten Christian Gratzei ist damit vorerst kein Platz mehr.

"Wir wollten nicht drei Torhüter, die nicht regelmäßig spielen", begründete Koller. Königshofer (23) und Lindner (22) seien zudem deutlich jünger als Gratzei (31). Nach seiner Einbürgerung wurde Ried-Torhüter Thomas Gebauer erstmals auf Abruf nominiert. Dazu sei auch Ramazan Özcan, der beim deutschen Zweitligisten FC Ingolstadt regelmäßig gute Kritiken erhält, ein Thema. "Özcan ist im Kopf drin", bestätigte Koller.

Im Kopf hat der ÖFB-Trainer, der am Wochenende seinen 52. Geburtstag feiert, auch einige Experimente für den Test gegen die Ivorer. "Ich will nicht alles über den Haufen werfen, der eine oder andere wird aber die Möglichkeit bekommen, von Anfang an zu spielen", kündigte Koller Umstellungen gegenüber dem Doppel gegen Kasachstan an. "Wir haben unseren Stamm gefunden, aber es gibt Möglichkeiten, sich aufzudrängen."

Alaba wird trotz verschiedenster Positionen, die er zuletzt bei Bayern gespielt hat, im Team weiterhin im zentralen Mittelfeld zum Einsatz kommen, bekräftigte Koller, der sein Team ab Montag für drei Tage in Linz bzw. Pasching zusammenzieht. Ein gutes Ergebnis wäre ihm wichtig. "Die Elfenbeinküste ist eine sehr starke Mannschaft", erinnerte der Schweizer. "Wir wollen ein gutes Spiel zeigen und unseren Weg weitergehen."

Mit den Ivorern kommt die derzeitige Nummer 16 der FIFA-Weltrangliste. "Wir wollen eher gegen stärkere Gegner spielen. Da sieht man die eigenen Schwächen und weiß, wo man zulegen muss", erklärte Koller. Das nütze mehr als gegen schwächere Teams zu testen. Koller hat die Equipe um Stürmerstar Didier Drogba zuletzt mehrfach auf DVD gesehen. "Sie haben viele starke Individualisten - mit Gardemaß und Schnelligkeit." Arsenal-Stürmer Gervinho fehlt allerdings wegen einer Knöchelverletzung.