Erstellt am 08. Oktober 2013, 13:09

„Ich bin nie nervös“. WM-Quali / Fußball-Österreich fiebert den Schweden- und Färöer-Spielen entgegen. Völlig gelassen: A-Teamarzt Richard Eggenhofer.

Mittendrin: ÖFB-A-Teamarzt Richard Eggenhofer (l.) aus Krensdorf ist derzeit mit der Nationalmannschaft im Einsatz. Marko Arnautovic und Co. wollen in Schweden und auf den Färöer punkten.  |  NOEN, GEPA pictures/ Christian Ort
Von Bernhard Fenz

Langsam, aber doch, wird bei fast allen Sympathisanten des Nationalteams die Spannung in den emotionalen Grenzbereich steigen. Kein Wunder: Diesen Freitag und am kommenden Dienstag hat Österreich die Chance, in Schweden und auf den Färöer Inseln ein Ticket für die Play-offs der acht besten Gruppenzweiten zu lösen.

x  |  NOEN, GEPA pictures/ Christian Ort

Diese Gelegenheit ist in Verbindung mit dem neuen positiven Geist, den die Truppe von Teamchef Marcel Koller entfachen konnte, Grund genug für eine kollektive Fußball-Euphorie. Es gibt aber auch Beteiligte, die der Thematik völlig gelassen gegenüberstehen.

Die Ruhe in Person

Richard Eggenhofer ist so ein Typ Mensch, der seine Begeisterung bündeln kann und höchst gelassen an die Sache herangeht. Beim Krensdorfer Gefäßchirurgen und Sportmediziner ist diese Eigenschaft grundsätzlich gefragt: Schließlich muss er als Arzt der A-Nationalmannschaft – nicht zuletzt aufgrund der hohen Verantwortung im medizinischen Bereich – auch die Ruhe in Person sein.

Das ist der 47-Jährige. „Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich nie nervös bin. Es zeichnet mich auch aus, dass ich in praktisch jeder Situation ruhig bleibe.“ Nicht nur am Rande des Platzes ist das so.

Stürmischer Flug - kein Problem

Auch der bekannt turbulente Landeanflug auf die stürmischen Inseln lässt Eggenhofer vor seiner Färöer-Premiere kalt, wie er lächelnd erzählt: „Ja, ich habe es mir schon erzählen lassen, dass der Anflug turbulent ist. Damit habe ich kein Problem.“

Rein sportlich ist die Ausgangslage für den Teamarzt ohnehin spannend genug, auch ohne nervös zu sein, denn: „Diese Konstellation gab es schon länger nicht mehr.“

Auch in Schweden ist alles möglich, aber … 

Erwartungen? „Ich traue der Mannschaft alles zu. An guten Tagen kann sie jeden schlagen, aber man darf nicht so vermessen sein, dass man davon ausgeht.“

Vor allem in Schweden hängen die Trauben hoch. 1997, als Andreas Herzog mit einem Prachtschuss den 1:0-Sieg gegen die Skandinavier in Wien fixierte (ein knappes Jahr zuvor entführte Österreich auch aus Schweden mit 1:0 alle Punkte) und die WM-Qualifikation für Frankreich 1998 ebnete, startete Eggenhofer gerade seine Karriere als ÖFB-Arzt – und hatte im Nachwuchs Kicker wie Andy Ivanschitz oder Emanuel Pogatetz unter seinen Fittichen. Jetzt steht er, für den die Betreuertätigkeit beim Nationalteam „ein einziges Highlight“ ist, bei den Großen vor einer schönen Herausforderung – ebenso wie die beiden oben Genannten.

Echtes Highlight wird die Reise nach Schweden und auf die Färöer für Eggenhofer aber wohl nur dann, wenn sie nicht nur ein unfallfreier Ausflug wird, sondern auch mit entsprechendem Erfolg verbunden ist.

Der Burgenländer weiß, wovon er spricht. 2007 war er mit dem U17-Team bei der WM in Kanada. Dort konnten die Jungs des damaligen Teamchefs Paul Gludovatz Platz vier bejubeln. Schafft die A-Mannschaft den Sprung in die WM-Play-offs (oder gar mehr …), könnte sich ein weiterer Meilenstein in Eggenhofers Laufbahn einreihen.