Erstellt am 04. Juli 2012, 00:00

„Ich bin Paul Gludovatz und p.g. – pumperlg‘sund“. TIPP3 BUNDESLIGA / Nach der Trennung von Sturm Graz löste Paul Gludovatz die gesundheitlichen Fragezeichen auf: Der Eberauer hat seine Energie zurückgewonnen.

Im April stand Paul Gludovatz bei Sturm noch als Geschäftsführer für den sportlichen Bereich im Blickpunkt, mittlerweile ist das Thema Geschichte. Der Südburgenländer und die „Blackies“ trennten sich.GEPA  |  NOEN
x  |  NOEN

VON BERNHARD FENZ

Montagvormittag: Paul Gludovatz wirkt am Telefon entspannt, locker, motiviert. Das war nicht unbedingt zu erwarten – vor allem aufgrund der Fülle an Spekulationen rund um die Trennung am vergangenen Freitag von Sturm Graz und seinen noch offenen Gesundheitszustand.

Zur Vorgeschichte: Der 66-Jährige wurde im März von Ried als Trainer losgeeist und übernahm ab April bei Sturm Graz die Agenden als Geschäftsführer für den sportlichen Bereich. Die Bestellung des neuen Trainers Peter Hyballa als Nachfolger von Franko Foda oder auch die Zusammenstellung des Kaders für die neue Saison fielen in den Verantwortungsbereich des ehemaligen langjährigen Nachwuchs-Teamchefs, der kurzfristig auch Boss der ÖFB-Trainerausbildung und danach erfolgreicher Chefcoach in Ried war. In der Folge musste Gludovatz aber über ein Monat lang in Krankenstand, ehe letzten Freitag der Vertrag in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst wurde. Weder wurden Details über die Erkrankung noch über die Gründe der Trennung veröffentlicht. Dementsprechend wild wurde über die Hintergründe spekuliert.

Auch zu Wochenbeginn äußerte sich Gludovatz nicht näher zum Trennungsthema („Es war einvernehmlich und wir haben uns darauf geeinigt, nicht über Details zu sprechen“), bei der Frage nach seiner Erkrankung blieb er tendenziell defensiv. Sehr wohl stellte der Eberauer aber durchaus offensiv klar, wie es ihm mittlerweile gehe: „Ich kann sagen, ich bin Paul Gludovatz und p.g. – pumperlg‘sund.“

Es gibt ein Angebot, aber  noch keine große Eile

Während seines Krankenstandes habe er jedenfalls alles unternommen, um „psychomotorisch gesund“ zu sein. Unter Psychomotorik sind die Auswirkungen des psychischen Geschehens (wie etwa Stress) auf alle willkürlichen und unwillkürlichen Bewegungen des menschlichen Organismus zu verstehen.

Und: Im Rahmen der Servus TV-Show „Sport und Talk aus dem Hangar-7“ nahm Gludovatz dann am Montagabend Stellung. Er habe es bis dato nicht gekannt, so einen Erschöpfungszustand zu erleben. „Es kam vollkommen unerwartet. Deshalb habe ich diese Auszeit in Anspruch nehmen müssen.“

Der Südburgenländer hat von zu Hause aus aber nicht nur (offensichtlich erfolgreich) an seinem Gesundheitszustand gearbeitet, sondern täglich auch „immer ein, zwei Stunden für Sturm Graz“ investiert. Nun ist er wieder da. Trotzdem kam es vergangene Woche zur Trennung.

Und nun? Paul Gludovatz wirkt trotz des Aus als Geschäftsführer motiviert, interessanterweise steht bei der Frage nach neuen Herausforderungen wieder der Ex-Arbeitgeber als Thema im Raum. Der Meister von 2011 will den Fußball-Fachmann im sportlichen Bereich und bei der Nachwuchsförderung binden. „Aktuell suche ich mir nichts. Es gibt ein Angebot von Sturm Graz, das ist sehr seriös. Drängen lasse ich mich bei einer Entscheidung aber nicht.“