Erstellt am 22. Oktober 2013, 12:40

„Ich bin überhaupt nicht ungeduldig“. 2. Deutsche Bundesliga / Christian Gartner (19) hängt bei Fortuna Düsseldorf in der Warteschleife. Noch kann er damit gut umgehen.

Bei der Arbeit. Christian Gartner beim Schreiben von Autogrammen als Düsseldorf-Profi. In der 2. Bundesliga muss er sich aber noch etablieren.  |  NOEN, Christof Wolff
Von Bernhard Fenz

Der 28. Juli war ein gutes Datum. Da stand Christian Gartner im Kader von Fortuna Düsseldorf. Beim Zweitliga-Derby in Köln vor 50.000 Fans inhalierte er jene Fußball-Welt, für die er sich im Sommer entschieden hatte: „Das war Gänsehaut-Atmosphäre.“

Wermutstropfen: Der 19-Jährige kann noch nicht mehr berichten, wenn es um seine bisherigen aktiven Erfahrungen in der 2. Liga geht. Gartner befand sich seit seinem Wechsel vom SV Mattersburg zum deutschen Bundesliga-Absteiger lediglich einmal im Kader der Fortuna-Profis – eben beim Rheinderby auswärts gegen den Klub von Peter Stöger. Das 1:1 erlebte er von draußen mit, eingewechselt wurde er nicht.

Kein Grund, Trübsal zu blasen

Und doch besteht für den Illmitzer kein Grund, Trübsal zu blasen. Spielpraxis sammelt er in der „Zwoten“, wie es in Düsseldorf heißt. Das Zweier-Team, auch U23 genannt, spielt in der vierten Leistungsstufe, der Regionalliga West.

Während die Profis am Sonntag nach dem 1:0-Heimerfolg gegen Aufstiegsaspirant Greuter Fürth auswärts bei Schlusslicht Ingolstadt mit 2:1 anschreiben konnten, lief der Techniker praktisch zeitgleich zwei Ligen weiter unten gegen Alemannia Aachen auf. 66 Minuten lang wirkte er beim 1:0-Erfolg mit.

Zumindest in Testspielen kann sich Christian Gartner, der unter Trainer Mike Büskens im Profikader steht und mit einem Vertrag bis 2016 ausgestattet ist, aber immer wieder unter Wettkampfbedingungen für ganz oben empfehlen. Während der Länderspielpause etwa schwitzte er in Rüsselsheim vor 1.600 Besuchern beim 0:2 gegen Leverkusen 90 Minuten aktiv am Platz.

Büskens lobt vor allem Gartners Passspiel 

„Ich erhalte regelmäßig die Gelegenheit zum Spielen und bekomme vom Trainer auch das Gefühl, dass ich schon knapp dran bin.“ Noch fehl(t)en aber scheinbar der passende Zeitpunkt oder die entscheidenden Prozente, um in der Bundesliga eine Option zu sein.

x  |  NOEN, Christof Wolff
Gartner ist sich aber auch der Konkurrenz im zentralen Mittelfeld bewusst, wo sich arrivierte Kicker wie Oliver Fink oder Adam Bodzek tummeln. Kurzum: Die Entwicklung zum Stammspieler dauert, also sagt der junge Burgenländer auch klar: „Ich bin überhaupt nicht ungeduldig und kann alles gut einschätzen.“

Chefcoach Mike Büskens hat ihn scheinbar ohnehin in der Hinterhand. Auf BVZ-Anfrage sagt er über seinen Mittelfeldmann: „Garti verfügt über ein hervorragendes Passspiel und über ein gutes Auge. Er ist ein sehr talentierter Fußballer, der mit Sicherheit seinen Weg bei der Fortuna gehen wird.“

"Ein großer Sprung"

Ob der 19-jährige Profi in Österreich bei einem anderen Verein (im Sommer hatte unter anderem Rapid Interesse am ablösefreien SVMler gezeigt) bereits Fixstarter wäre? Diese Frage stellt sich nicht. Gartner hat sich schon jetzt für den Sprung nach Deutschland entschieden. Punkt.

Hier musste aber auch er einmal die Umstellung verkraften. Die war für den nunmehrigen Klubkollegen von Erwin Hoffer spannend, denn: „Es war schon ein großer Sprung. Das Tempo ist höher und die Zweikämpfe sind intensiver – das spürt man.“

In Düsseldorf gut eingelebt

Und abseits des Platzes? Da hat sich Christian Gartner, den sie wie schon in Mattersburg auch in Deutschland „Garti“ nennen, in Düsseldorf gut eingelebt. Zurückziehen kann er sich in seine eigene Wohnung, die er bezogen hat. Und auch der Lifestyle gefällt ihm. „Es ist hier eigentlich ähnlich wie in Wien. Ich fühle mich sehr wohl.“