Erstellt am 18. Dezember 2013, 23:59

von Bernhard Fenz und Patrick Bauer

„Ich bin völlig sauber“. BVZ Burgenlandliga / Güssing-Legionär Marko Lozo weist den Vorwurf, er soll gegen die eigene Mannschaft gewettet haben, entschieden zurück. „Ich habe immer 100 Prozent gegeben.“

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Von Bernhard Fenz und Patrick Bauer

Hohe Wellen schlug der vorwöchige BVZ-Bericht über Güssings Legionär Marko Lozo. Zur Erinnerung: Der Klub aus dem Südburgenland teilte mit, sich vom 25-jährigen Kroaten (er traf neun Mal in der Hinrunde) zu trennen.

„Ich würde mich gerne mit diesen Leuten an einen Tisch setzen“

Man sei in sportlicher Hinsicht nicht zufrieden gewesen, hieß es von Seiten der Klubleitung. Und: Es stand der Vorwurf im Raum, Lozo soll vor dem Spiel gegen die Parndorf Amateure (0:1) im Zuge einer Kombinationswette einen geringen Betrag gegen die eigene Mannschaft getippt haben.

Ex-Trainer Hannes Winkelbauer glaubt hier, wie er klarstellte, Leuten, denen er blind vertraut. „Selber kann ich es aber natürlich nicht behaupten.“

Der Legionär wies den Vorwurf gegenüber der BVZ, so wie schon in der Vorwoche, noch einmal scharf zurück. „Ich bin kein Krimineller, sondern völlig sauber, habe definitiv nicht gegen meine eigene Mannschaft gewettet und habe auch immer 100 Prozent für Güssing gegeben – in jedem Spiel.“

Nachsatz: „Ich würde mich gerne mit diesen Leuten und Hannes Winkelbauer an einen Tisch setzen, damit sie mir in die Augen schauen, mir das auch ins Gesicht sagen und erklären, wie sie auf so etwas kommen.“

Wettvorwurf nicht primär: Trennung wegen fehlender Integration

Dass zwei Mitspieler, die in Kroatisch maturiert haben, ein Kabinengespräch mit besagtem Wettinhalt zwischen Lozo und dem zweiten Legionär Kristijan Brcic in deren Muttersprache mitgehört haben sollen, ringt dem in Zagreb lebenden Offensivspieler nur ein Kopfschütteln ab: „Auch sie sollen mir das ins Gesicht sagen. Das ist ja völlig aus der Luft gegriffen.“

„Ich bin sehr frustriert und will, dass mein Name rein ist.“
Marko Lozo kann sportliche Gründe für eine Trennung akzeptieren, nicht aber den Vorwurf, dass er gegen den eigenen Klub gewettet haben soll.

Der besagte Wett-Vorwurf habe für die Verantwortlichen des SV Güssing übrigens, wie sich herausstellte, gar nicht oberste Priorität. Vor allem die fehlende Integration sei es, weshalb sich der Klub von Lozo (und auch vom zweiten Legionär Kristijan Brcic) trenne.

Hannes Winkelbauer: „Für uns als Trainerteam war schon im Oktober klar, dass wir die Legionäre tauschen werden. Es war kein Zusammenhalt da – dann bringt das Ganze nichts. Wir haben auch im Herbst mehrmals das Gespräch gesucht und ihm gesagt, dass er mehr Teamplayer sein muss. Natürlich war es schwierig, da er ein höheres Niveau als seine Mitspieler hatte. Aber bei uns werden eben die Bälle nicht perfekt in den Fuß gespielt.“

UEFA-A-Trainer vermutet nicht ganz offenen Umgang miteinander

Lozo, der aus dem Nachwuchs von Hajduk Split kommt, in Kroatien Sport studierte und zudem im Besitz der UEFA-A-Trainerlizenz ist (bald soll die UEFA-Pro-Lizenz folgen), lässt das nicht gelten: „Wenn ich mit den Mitspielern gesprochen habe, war alles immer gut. Ich habe Tore geschossen und auch Assists geliefert. Vielleicht haben sie mir aber einfach nicht gesagt, was sie wirklich von mir halten.“

Dass das technische Niveau beim Klub aus dem Südburgenland geringer als erwartet war, stellt er außer Frage. „Ich war deshalb im Training ein paar Mal laut und musste mich erst anpassen. Das habe ich aber auch gemacht.“

Wie geht's weiter? Österreich oder am Ende doch Australien?

Bewusst nicht angepasst habe er sich abseits des Platzes, wenn es etwa um abendliche Aktivitäten mit anderen Spielern gegangen ist: „Ich wollte nach den Partien einfach heim zu meiner Frau und zu meinem Sohn – vielleicht war das ein Problem.“

So oder so steht für Obmann Martin Muik fest: „Für uns ist das Thema durch. Er war nicht wirklich beliebt in der Mannschaft. Gut möglich, dass auch die fehlende Verständigung ein Hindernis war.“

Was Marko Lozo künftig vorhat, ließ er noch offen: „Ich bin in einer Top-Verfassung, trainiere jeden Tag im Fitness-Studio und bin bereit. An sich würde ich gerne bei einem Verein in Österreich bleiben, weil ich auch die deutsche Sprache weiter lernen, mein Englisch verbessern und mich für höhere Aufgaben empfehlen will.“

Alternativ könnte es den Offensivkicker aber auch auf die andere Seite der Welt verschlagen, sollte sich kein interessanter neuer Verein auftun. Dinamo Zagreb betreibt in Australien, wo auch Lozos Cousin wohnt, eine Nachwuchsakademie – und würde den 25-Jährigen gerne als Trainer anstellen.