Erstellt am 04. November 2015, 05:07

von Bernhard Fenz

„Ich habe meinen Matchplan bereits“. WAC-Coach Didi Kühbauer weiß vor dem Spiel gegen seinen Ex-Klub, was zu tun ist – sein Gegenüber Ivo Vastic auch.

Duell: Richard Windbichler (l.) und Karim Onisiwo schenkten sich am Sonntag nichts.Ivansich  |  NOEN, Ivansich

Können sich die Mannschaften der Liga in der aktuellen Phase der Meisterschaft und in so transparenten Zeiten wie diesen noch überraschen? Jein.

Ein kleines Detail hier, ein personelles Schraubchen dort, das ist schon möglich. An der generellen Spielphilosophie zu hantieren, ist aber eher unwahrscheinlich.

Also macht auch WAC-Trainer Didi Kühbauer vor dem Spiel gegen „seinen“ SV Mattersburg (wo er bekanntlich seine Spielerkarriere startete und in den letzten aktiven Jahren erfolgreich als Kapitän zurückkehrte) kein Geheimnis daraus, was Sache sein wird: „Ich habe schon heute meinen Matchplan – wir werden an unserer Spielphilosophie nichts wesentlich ändern.“

Natürlich erwartet sich der Wahl-Wulkaprodersdorfer am Samstag ein „hartes und enges Match“, sein Team werde jedenfalls versuchen, das Runde so gut es geht laufen zu lassen – ohne sich hinten einzubunkern oder vorne ein Offensiv-Pressing a la Red Bull Salzburg aufzuziehen.

„Das wird ein hartes Match und sicher keine g‘mahte Wiesn – nämlich für keine der beiden Mannschaften.“ WAC-Trainer Didi Kühbauer erwartet ein enges Duell gegen seinen Ex-Klub Mattersburg

Zudem gelte es auch, den Grün-Weißen nicht ins offene Messer zu laufen. Zu dringend braucht Kühbauer mit seiner Mannschaft Punkte, der letzte Platz ist für den Europa League-Starter höchst unbefriedigend. „Natürlich ist die Punkteanzahl nicht gut. Ich kann auch das Lob von außen nicht mehr hören, dass wir von der Spielweise her eigentlich woanders stehen müssten. Davon kann ich mir nichts kaufen, deshalb müssen wir punkten.“

Trotzdem sei die Stimmung bei den Kärntnern laut Kühbauer an sich gut, also blicke man dem SVM-Spiel nach dem bitteren 0:1 in Grödig wieder frohen Mutes entgegen. „Wir müssen da hochkonzentriert sein. Mit Larifari wird das nichts – das wissen die Spieler aber auch.“

Punkte beim WAC? Eine Frage der Konzentration

„Hochkonzentriert“ ist übrigens das richtige Stichwort für den Querpass auf Kühbauers Gegenüber Ivo Vastic. Der Chefcoach des SV Mattersburg hat die sonntägige 1:2-Niederlage gegen die Austria abgehakt und sagt: „Die Leistung hat gegen eine Mannschaft mit starken Individualisten gepasst.“ Jetzt soll in Wolfsberg, wo der erkrankte Michi Perlak wieder in die Mannschaft zurückkehren könnte, gewonnen werden. Vastic erwartet sich hier aber ein vom Charakter her „völlig anderes Spiel“ als gegen die Austria.

„Der WAC spielt zu Hause und will von unten rauskommen. Wir müssen dagegenhalten und uns dieser Herausforderung stellen.“ Dabei spiele eben vor allem die nötige Konzentration eine große Rolle. Diese habe man im Defensivverhalten etwa beim Gegentreffer zum 0:1 gegen die Austria vernachlässigt. „Dann wird es gefährlich. Deshalb gilt es auch, die besagte Konzentration und die taktische Disziplin hochzuhalten, um nicht nur die Kampfkraft, sondern vor allem auch einen klaren Kopf zu bewahren und entsprechend reagieren zu können.“ Schließlich erwartet Vastic für seine Profis in Kärnten auch offene Räume für gefährliche Gegenstöße.

Personell fehlt Mario Grgic (Kreuzbandriss) fix, Michi Perlak (krank) könnte zurückkehren. Aufpassen muss Alois Höller – er steht bei vier Gelben Karten und wäre bei der nächsten Verwarnung gesperrt.