Erstellt am 16. September 2015, 06:47

von Bernhard Fenz

Im Familienglück. EM-Qualifikation | Österreichs Mannschaft und das Betreuerteam sind eine Einheit – das erleben auch zwei Burgenländer hautnah.

Zwei Burgenländer für Österreich: Teamarzt Richard Eggenhofer (l.) und Busfahrer Stefan Kutsenits. Foto: zVg  |  NOEN, zVg
Beruflich haben Stefan Kutsenits und Richard Eggenhofer an sich nicht viel gemeinsam. Ersterer hat ein Busunternehmen in Hornstein, Eggenhofer ist Gefäßchirurg in Eisenstadt und Sportmediziner mit Sitz in Krensdorf. Und doch sind beide für ein und dieselbe Sache im Einsatz: das A-Nationalteam.



Hier ist Kutsenits jener Mann, der die rot-weiß-rote Crew mit dem Teambus chauffiert. Beständigkeit und Kontinuität gelten auch in diesem Bereich, also ist Stefan Kutsenits hier eine Fixgröße. „Ich zähle genauso zum Team dazu, das ist natürlich schön.“

So kommt es auch nicht von ungefähr, dass Kutsenits am freien Sonntag eine Golfrunde mit Marc Janko und Martin Harnik absolvierte – das Nationalteam ist eben ein großes Ganzes.

Den glorreichen 4:1-Erfolg in Schweden („eine kleine Revanche für die 1:2-Niederlage 2013“) samt erfolgter EM-Quali hat Kutsenits daheim jubelnd vor dem Fernseher miterlebt. Die Tage vor dem Skandinavien-Trip saß er im Zuge der Teamarbeit in Österreich selbstverständlich hinter dem Steuer.

„Es ist ja noch nicht vorbei, im Gegenteil“

Richard Eggenhofer wiederum erlebt die Länderspiele als Teamarzt hautnah von der Bank aus mit. Er sagt: „Insgesamt war die Qualifikation für uns alle eine Riesenerleichterung. Beeindruckend war für mich das Auftreten in Schweden – ich hatte nie das Gefühl, dass da etwas passieren könnte.“

Nachsatz: „Aber es ist ja noch nicht vorbei, im Gegenteil. Wir haben weitere Ziele, die ersten beiden sind jetzt die noch verbleibenden Qualifikations-Partien.“ Vorläufiger Höhepunkt des Wegs wird dann klarerweise die EURO 2016 sein. Eggenhofers Bauchgefühl für die Zukunft: „Es kribbelt schon.“

Dass Österreich mit Platz eins zwei Spieltage vor Schluss das Ticket für Frankreich bereits fix in der Tasche hat, liegt laut dem 49-jährigen Krensdorfer neben der Qualität vor allem am Zusammenhalt: „Ich kann da nur Marko Arnautovic zitieren: Wir sind wirklich wie eine große Familie – das merkt man ab dem Zeitpunkt, wo wir zusammenkommen. Die Abläufe sind außerdem klar, jeder weiß, was zu tun ist.“

Die Qualifikation war demnach ein positiver Meilenstein. Kein Wunder, dass sich Österreichs Team so gesehen im Familienglück befindet.

EM-Qualifikation:

  • Österreich ist mit 22 Punkten aus acht Spielen als Gruppenerster bereits fix für die EURO 2016 in Frankreich qualifiziert. Zuletzt gab es ein 1:0 gegen Moldawien und einen 4:1-Sieg in Schweden.

  • Das Restprogramm: 9. Oktober, 20.45 Uhr: Montenegro - Österreich; 12. Oktober, 18 Uhr: Österreich - Liechtenstein.