Erstellt am 27. November 2013, 23:59

von Bernhard Fenz

In Ungarn nein, in Österreich ja. Verdacht der Wettmanipulation / Ein ungarischer Kicker erhielt die Freigabe für das Burgenland – in der Heimat durfte er nicht spielen.

Mark Danyi, in Ungarn suspendiert und mittlerweile Ex-Loipersbach-Spieler (links). Thomas Hollerer, Direktor für Recht und Administration im Österreichischen Fußballbund (rechts).  |  NOEN, BFV, BVZ
Von Bernhard Fenz

Eigentlich hätte es nur ein ganz stinknormaler Transfer werden sollen. Der SV Loipersbach, Aufsteiger in die 2. Liga Mitte, hatte sich im Sommer die Dienste von Mark Danyi gesichert. Wie sich erst nach (!) der Freigabe durch den ungarischen Verband am 22. Juli herausstellte, war und ist der 29-Jährige in seinem Heimatland aber nicht spielberechtigt. Es besteht der Verdacht der Spielmanipulation.

Erst am 9. August informierte der ungarische Verband die Kollegen des ÖFB in Wien mit einem Schreiben von besagtem Verdacht, der aktuellen Suspendierung des Spielers und dem Vorsatz, ein Disziplinarverfahren zu eröffnen.

Schön und gut. Das ist laut Thomas Hollerer aber „weder eine Einschränkung der Freigabe noch ein Antrag auf Übernahme einer Sperre.“

Keine offizielle Sperre

Darum konnte der neue Verband, wie der Direktor für Recht und Administration klarstellte, mit dieser Information auch „nichts anfangen. Alles, was wir machen konnten, war das Schreiben an BFV, FIFA und Verein zu übermitteln.“ Denn die Suspendierung von Danyi in Ungarn hatte keine Auswirkungen auf einen Wechsel – da er offiziell ja nicht gesperrt war.

x  |  NOEN, BFV, BVZ

Der Legionär selbst war übrigens nicht allzulange im Burgenland aktiv. In der Meisterschaft spielte er zwei Mal. Am 17. August und am 14. September lief er für den SV Loipersbach auf, ehe sich der Verein von ihm trennte. Obmann Gerald Wagner: „Die Anmeldung hat sich im Sommer deutlich länger hingezogen wie im Normalfall bei einem ungarischen Spieler, das hatte schon einen komischen Beigeschmack. Da sie aber letztendlich funktioniert hat, haben wir ihn auch genommen, ehe wir von der Sache in Ungarn erfahren haben. Wir dachten uns aber, wir geben ihm eine Chance.“

Sascha Prinner, Sportlicher Leiter des aktuellen Schlusslichts der 2. Liga Mitte, ergänzt: „Weil es auch im normalen Trainingsbetrieb nicht reibungslos ablief, trennten wir uns von ihm.“

Weitere Fälle im Fußball-Unterhaus

Ist die Causa Mark Danyi der einzige Fall im Burgenland, bei dem ein Legionär hierzulande aktiv sein kann, obwohl er in Ungarn aufgrund des Verdachts der Spielmanipulation suspendiert ist?

Offiziell ja, inoffiziell dürfte gut informierten Quellen zufolge bei einem Spitzenklub der 2. Liga Süd ebenfalls ein ungarischer Legionär kicken, der in seiner Heimat aus besagten Gründen suspendiert ist.

Im Gegensatz zu Mark Danyi hat Thomas Hollerer hier aber keine Info seitens des ungarischen Verbands und folgerichtig auch keine offizielle Bestätigung seitens des ÖFB: „Wir wissen von nichts.“