Erstellt am 21. November 2012, 00:00

In Wien muss alles seine Ordnung haben. Tipp3 Bundesliga / Nach dem glatten 0:3 des SVM gegen Rapid ist für das Spiel bei der Austria die Kompaktheit wichtiger denn je.

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Von Bernhard Fenz

Rasche und naiv eingefangene Gegentreffer, eine vergebene Großchance durch Alois Höller beim Stand von 0:1 sowie ein unnötiger Ausschluss gegen Manuel Seidl waren am Samstag ein sportlich giftiger Cocktail für den SV Mattersburg. Nach dem 1:6 in Ried – dem bisherigen Tiefpunkt im Herbst – forderte nicht nur die Öffentlichkeit endlich Punkte, auch wenn es gegen den (ebenfalls angeschlagenen) Rekordmeister Rapid zur Sache ging. Was blieb, war ein 0:3, aus dem Mattersburg-Trainer Franz Lederer in der Analyse trotzdem positive Schlüsse für die kommenden Aufgaben ziehen konnte: „Die Auftrittsmentalität hat im Gegensatz zu Ried gepasst. Natürlich haben wir uns bei den Gegentoren naiv verhalten, die Truppe hat sich aber nach dem raschen 0:1 unbeeindruckt gezeigt und durch Alois Höller eine Riesenchance erarbeitet.“ Nachsatz: „Nach der Pause hat die Grundordnung gestimmt und wir sind nicht auseinandergebrochen.“ Schließlich sei das, was davor abgelaufen war, für den Chefcoach eine ganz blöde Geschichte gewesen: „Wir haben leider gewisse Unaufmerksamkeiten nicht in den Griff bekommen.“

„Werden Mattersburg nicht unterschätzen“ 

Fest steht: Die SVM-Profis konnten sich auch im zehnten Spiel in Folge keinen Schub Selbstvertrauen mit einem echten Erfolgserlebnis holen – solange sind die Burgenländer bereits sieglos. Und so ist Grün-Weiß beim kommenden Gegner noch mehr Außenseiter. Mattersburg muss am Samstag (18.30 Uhr) bei Tabellenführer Austria antreten. Lederer: „Das ist die derzeit beste Mannschaft Österreichs. Wir wollen aber das, was wir uns vorige Woche bereits erarbeitet haben, fortsetzen. Das Grundauftreten stimmt, jetzt müssen wir auch spielerisch nachlegen.“

Die Rechnung ist jedenfalls denkbar einfach: Je länger die Burgenländer dagegenhalten können, umso schwieriger könnte es für die Violetten werden. Es sei denn, sie treffen gleich. Der neue Eisenstädter Goalgetter der Austria, Philipp Hosiner, ist hier ein heißer Kandidat. Seine Erwartungshaltung: „Wir werden Mattersburg keinesfalls unterschätzen. Wenn wir unsere Qualitäten abrufen, dann werden wir gewinnen.“

Auf Seiten des SVM sind Patrick Bürger (fünfte Verwarnung gegen Rapid) und Manuel Seidl (Gelb/Rot) gesperrt, dafür kehrt Supertechniker Thorsten Röcher nach seiner Gelbsperre retour. Er könnte für Schwung im Offensivspiel sorgen. Ilco Naumoski (Zahnprobleme) und Nedeljko Malic (Knie) waren zu Wochenbeginn noch fraglich.

Vorentscheidung: Eine Verkettung unnötiger und dummer Mattersburger Eigenfehler führte in Minute 31 zu einem Rapid-Freistoß von der Strafraumgrenze aus. Deni Alar nutzte die kurze Distanz sowie den Umstand, dass Goalie Thomas Borenitsch die Sicht verstellt war, und traf per Innenrist flach (!) zum 0:2 ins Tormanneck.