Erstellt am 02. März 2016, 06:59

von Bernhard Fenz

Ivanschitz: „Halbfinal-Aufstieg wäre eine Sensation“. Der US-Legionär fordert mit Seattle in der Champions League den Titelverteidiger und ist heiß auf den MLS-Saisonstart.

Erste Pflichtspiel-Action 2016: Andreas Ivanschitz beim CONCACAF Champions League-Viertelfinal-Hinspiel gegen Club America (Paul Aguilar, l.). Nach dem 2:2 in Seattle geht es heute, Mittwoch, in Mexiko City um den Aufstieg ins Semifinale. Am Sonntag steht dann der Auftakt der Major League Soccer, kurz MLS, am Programm. Foto: Gepa  |  NOEN, GEPA pictures/USA Today
Was haben Club America und der FC Barcelona gemeinsam? Beide sind aktuelle Champions League-Titelverteidiger – die Spanier bekanntlich bei der UEFA in Europa, die Mexikaner beim Verband für Nord- und Zentralamerika sowie der Karibik, kurzum der CONCACAF-Zone.

Bei der dortigen SCCL, der Scotiabank Concacaf Champions League, könnte im Viertelfinal-Rückspiel ausgerechnet ein Österreicher mitverantwortlich dafür sein, dass der Sieger des Vorjahres heute, Mittwoch, vorzeitig die Segeln streichen muss.

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Andreas Ivanschitz und die Seattle Sounders befinden sich zwar erst mitten in der Vorbereitung auf den Start der Major League Soccer (MLS), wollen aber parallel dazu in Mexiko City nach einem 2:2 im Hinspiel eine deftige Champions League-Überraschung schaffen.

„Club America zählt zu den stärksten Mannschaften im Bewerb, die noch dazu bereits mitten in der Saison steht. Wir befinden uns gerade einmal erst am Ende der Vorbereitung“, so der gebürtige Baumgartener, der den Stellenwert eines möglichen Aufstiegs unterstreicht: „Die letzte Mannschaft aus der MLS, die den Titel holen konnte, war LA Galaxy im Jahr 2000. Man kann sich also vorstellen, wie sehr sich ganz Nordamerika den Titel wünschen würde.“

MLS-Startschuss am Sonntag gegen Kansas

Dementsprechend hoch sei auch der Stellenwert der SCCL innerhalb des ohnehin so erfolgshungrigen Vereins in Seattle. Ivanschitz: „Der Halbfinal-Aufstieg wäre jedenfalls eine Sensation und sehr besonders.“ Notwendig sei laut dem 32-Jährigen eine hochkonzentrierte Leistung, um „irgendeine Chance“ zu haben.

Fakt ist aber auch, dass die Mexikaner in der Meisterschaft zuletzt schwächelten, aus den letzten drei Partien nur einen Punkt holten, am Samstag gar mit 1:4 verloren und in den letzten beiden Spielen je zwei Ausschlüsse kassierten.

„Wir werden alles versuchen, um dem Gegner Paroli zu bieten“, so der Burgenländer über die erste wichtige sportliche Entscheidung der Saison, die für Seattle am Sonntag mit dem ersten Spiel des MLS-Grunddurchgang daheim gegen Sporting Kansas City startet.

Seattle Sounders wird dabei in der Offensive noch mehr als zuletzt auf die Qualitäten von Ivanschitz bauen. Mit Obafemi Martins verabschiedete sich ein sehr wichtiger Akteur im Winter Richtung Shanghai, zudem wurde das System auf ein 4-3-3, beziehungsweise 4-2-3-1 geändert.

Schon beim 2:2 im Hinspiel gegen Club America sah sich Ivanschitz durch die neue Position als hängende Spitze in die Zeiten bei Mainz 05 zurückversetzt: „Es ist schon gut gelaufen. Ich spiele den offensiveren Part im Mittelfeld, kann also auch mehr durch die Mitte kommen, um unsere Spitze zu unterstützen. Überhaupt lässt uns der Coach (Anm.: Sigi Schmid) viel Freiraum, solange alle Positionen besetzt sind.“ Klingt nach stürmischen Zeiten für den Burgenländer – gut so.