Erstellt am 22. Mai 2014, 10:28

von APA Red

Ivanschitz traut Atletico den großen Coup zu. Andreas Ivanschitz hatte die Ehre, die beiden Madrider Finalisten der Fußball-Champions-League in den vergangenen Monaten aus nächster Nähe kennenzulernen.

Gegen Atletico gelang dem 67-fachen ÖFB-Teamspieler sogar ein Tor. Einen echten Favoriten für das Endspiel am Samstag zwischen Real und Atletico kann aber auch der bei Levante unter Vertrag stehende Burgenländer nicht ausmachen.

Von Rasenschach bis offener Schlagabtausch sei in Lissabon alles denkbar. "Beide Mannschaften kennen sich sehr gut. Das kann zunächst eine abwartende Geschichte werden. Das Naturell von Real und Atletico ist aber, nach vorne zu spielen", meinte der 30-Jährige im Gespräch mit der APA. Gegner von Real und Atletico zu sein, sei laut Ivanschitz auf jeden Fall "gleich schwierig".

"Atletico ist hungrig und aggressiv"

"Atletico hat mit Trainer Diego Simeone einen sensationellen Motivator. Das ist eine hungrige Super-Mannschaft, die nie locker lässt, extrem aggressiv ist und 90 Minuten fightet. Das zeichnet sie aus", meinte Ivanschitz über die Pluspunkte des frisch gebackenen spanischen Meisters Atletico, der seine märchenhafte Saison noch einmal krönen könnte.

Der drohende Ausfall des angeschlagenen Stürmerstars Diego Costa sei zwar "ein Verlust". Atletico hat aber beim meisterschaftsentscheidenden 1:1 auswärts gegen den FC Barcelona eindrucksvoll bewiesen, auch die Abwesenheit von Costa, der nach 13 Minuten ausgewechselt werden musste, kompensieren zu können. "Costa ist ein Ausnahmefußballer. Aber ich traue Atletico zu, das neuerlich wettzumachen."

Ivanschitz hatte die "Colchoneros" ("Matratzenmacher") spätestens ab Weihnachten als ernsthaften Kandidaten für die Primera Division und auch die Champions League auf der Rechnung gehabt. "Sie haben es durchgezogen, und das noch dazu beeindruckend", meinte Ivanschitz voller Bewunderung.

Bei Real sei vor allem die Handschrift des italienischen Trainers Carlo Ancelotti deutlich sichtbar. "Unter Ancelotti hat sich Real punkto Defensivverhalten und Kompaktheit verbessert. Da sind sie deutlich unangenehmer geworden. Und bei Luftzweikämpfen sind sie defensiv und offensiv eine echte Macht", sagte Ivanschitz.

Ein Abenteuer der besonderen Art

Für Ivanschitz ist die erste Saison in Spanien mit Platz zehn und dem souverän geschafften Klassenerhalt mehr als zufriedenstellend zu Ende gegangen. Bei 31 Einsätzen steuerte Ivanschitz vier Treffer und neun Assists bei, ein Tor davon gelang ihm bei der 2:3-Niederlage auswärts gegen Atletico.

Das Heimmatch gegen Atletico haben Ivanschitz und Co. im Saisonfinish sogar 2:0 gewonnen. Gegen Real gab es daheim nach 1:0- und 2:1-Führung eine bittere 2:3-Pleite, die Cristiano Ronaldo mit einem Treffer in der 94. Minute fixierte. Im Bernabeu-Stadion setzte es gegen Real dann ein 0:3.

Nach seinen Stationen in Österreich (Rapid, Salzburg), Griechenland (Panathinaikos) und Deutschland (Mainz) ist Spanien für Ivanschitz ein Abenteuer der besonderen Art. Nicht nur aufgrund der sprachlichen Herausforderung. "Barca, Atletico, Real, das sind wirklich klingende Namen im Weltfußball. Da spielen unglaubliche Fußballer. Sich mit ihnen messen zu dürfen, ist eine Riesenherausforderung. Deutschland war unglaublich wertvoll und prägend, das Kapitel Spanien ist vom Flair her vielleicht noch ein bisschen besonderer."

Das Finale der Champions League wird Ivanschitz auf österreichischem Boden mitverfolgen. Ab Freitag bereitet sich nämlich das ÖFB-Nationalteam in Seefeld in Tirol auf die beiden freundschaftlichen Länderspiele gegen Island (30. Mai) und Tschechien (3. Juni) vor.