Erstellt am 01. Januar 2013, 17:34

Jacobsen siegt auch in Garmisch vor Schlierenzauer. Anders Jacobsen ist der aktuelle Überflieger im Springer-Zirkus. Das musste im Neujahrsbewerb in Garmisch-Partenkirchen auch Tournee-Titelverteidiger Gregor Schlierenzauer akzeptieren.

Der 27-jährige Norweger gewann wie in Oberstdorf vor dem Tiroler und kommt als Spitzenreiter mit 12,5 Punkten Vorsprung nach Innsbruck. Schlierenzauer gab sich kämpferisch: "Jetzt kommt mein Wohnzimmer Bergisel." Jacobsen musste im ersten Durchgang wegen arger Turbulenzen seine Flugkünste beweisen (131 m) und segelte im Finale mit 143 Metern nicht nur bis auf einen halben Meter an den Schanzenrekord des Schweizers Simon Ammann heran, sondern verbesserte sich sogar vom neunten Rang auf den ersten. "Anders hat eine Bombe erwischt und im ersten Durchgang auch gezeigt, dass er kämpfen kann", zollte Schlierenzauer Lob.

Ihm selbst waren vor 20.500 Zuschauern im ausverkauften Olympia-Stadion nicht seine besten Sprünge (134/136,5) gelungen. "Es war nicht schlecht, aber ein bisschen spät", sagte er nach dem Finale, das er mit 8,7 Punkten Vorsprung auf den Norweger und als vermeintlicher Topfavorit auf seinen achten Tournee-Tagessieg in Angriff genommen hatte. Der Rückstand in der Tournee-Wertung sei aber nicht so groß, sagte der Stubaier. "Ich habe noch einige Reserven, ich bin zuversichtlich."

Dieses Duo, die Sieger von 2007 bzw. 2012, sollte in der zweiten Hälfte ein Duell um den Gesamtsieg in der 61. Auflage liefern. Denn der Deutsche Severin Freund fiel als Tages-15. aus dem Kreis der Topfavoriten. Der neue Gesamt-Dritte, der Norweger Tom Hilde, mit 133,5 und 138 m, Tages-Vierter hinter seinem Landsmann Anders Bardal, hat schon 26,1 Punkte Rückstand auf Schlierenzauer.

Der 31-jährige Schweizer Simon Ammann muss die Hoffnung auf seinen ersten Tourneesieg neuerlich endgültig abschreiben. Nach Oberstdorf mit 28 Punkten Rückstand Sechster, verpasste der vierfache Olympiasieger in Garmisch als Sieger von 2011 sogar das Finale. Dieses Malheur passierte auch Ex-Garmisch- und Tourneesieger Wolfgang Loitzl (2009) sowie seinen Teamkollegen Michael Hayböck und Martin Koch. So war Thomas Morgenstern als Elfter (133/133) zweitbester Österreicher. Manuel Fettner (131,5/125) verzeichnete hingegen nach dem siebenten Platz von Oberstdorf einen Rückfall und landete an der 24. Stelle.