Erstellt am 08. Oktober 2013, 13:00

Jetzt nimmt der Chef alle in die Pflicht. Erste Liga / Mattersburg-Präsident Martin Pucher fordert nach der Trennung von Trainer Alfred Tatar „eine 180-Grad-Kehrtwende“.

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Von Bernhard Fenz

Die 1:3-Pleite bei der Vienna war der Schlusspunkt der knapp viermonatigen Amtszeit von Alfred Tatar. Am Sonntagabend entschied sich Präsident Martin Pucher für den Schritt, am Montagvormittag informierte er den Chefcoach von dessen Beurlaubung. „Ich habe mir von Freitag bis Sonntag das Hirn zermartert und nach Gründen gesucht, um am Trainer weiter festzuhalten. Unterm Strich war es aber ein nötiger Schritt. Ich wünsche Alfred Tatar alles Gute, habe ihn als sehr intelligenten und interessanten Menschen kennengelernt, letztlich hat es aber zu wenig gepasst.“

Ins Detail wollte Martin Pucher öffentlich nicht gehen. Augenscheinlich war ihm aber vor allem das schwache Auftreten bei den Auswärtsspielen ein Dorn im Auge. Schon nach dem 0:4 bei Austria Lustenau begann der SVM-Boss zu grübeln. Der Bankdirektor stellte seinem Coach für die Spiele gegen Liefering, in St. Pölten und bei der Vienna schließlich fünf Punkte als Bedingung in den Raum. Es wurden nur drei, zudem war vor allem die Leistung beim 1:3 auf der Hohen Warte erschreckend. Pucher: „Das war Nichts.“

Neuer Coach bis Ende der Herbstsaison 

Bis auf weiteres übernehmen nun Franz Lederer und Markus Karner interimistisch. Der jetzige Sportliche Leiter Lederer (er übt somit vorerst eine Doppelfunktion aus) kehrt nach seiner jahrelangen Tätigkeit als Chefcoach also wieder auf die Betreuerbank zurück, Pucher sieht Karner/Lederer als gleichberechtigtes Übergangs-Duo.

Bis spätestens Ende der Herbstmeisterschaft soll aber ein neuer Trainer bestellt werden, Max Karner soll dann wieder als Co-Trainer arbeiten, Franz Lederer als Sportlicher Leiter. Und wenn das Duo nun alle Partien gewinnt – kann sich Pucher vorstellen, dass diese Interimslösung (Franz Lederer stieg 2004 schließlich auch vom Übergangs- zum fixen Chefcoach auf) ein Permanent-Konstrukt wird? „Man kann erstens nicht davon ausgehen, dass wir alles gewinnen. Außerdem wollen wir einen neuen Trainer verpflichten und streben das auch an.“ Welche Anforderungen müssen erfüllt werden? „Wir suchen einen, der uns selbst irgendwann aufgefallen ist. Da gibt es momentan wenige, die noch dazu auch frei sind.“

Lederer/Karner „haben alle Rechte“

Vorerst arbeitet aber das Duo Lederer/Karner („Sie haben alle Rechte“) mit der Mannschaft. Auch hier fordert Pucher einen neuen Kurs ein, die Zügel werden merklich angezogen. „Primäres Ziel ist, eine Tendenz nach oben zu schaffen. Ich will aber auch eine 180-Grad-Kehrtwende bei den Spielern. Auf sie wartet nun das zwei- bis dreifache der jetzigen zeitlichen Belastung. Sie müssen sich beweisen, außerdem soll sich jeder selbst hinterfragen. Zieht einer nicht mit, wird es ihn bei uns nicht mehr lange geben.“