Erstellt am 20. Oktober 2010, 12:13

Josef Hickersberger kehrte zum SSC Wahda Abu Dhabi zurück. Einen überraschenden Transfer hat Josef Hickersberger vollzogen. Der frühere österreichische Fußball-Teamchef ist nun auch in Bahrain Ex.

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Der 62-Jährige kaufte sich im Königreich für eine sechsstellige Summe aus dem Vertrag und kehrte zum SSC Al Wahda zurück. Den Verein aus den Vereinigten Arabischen Emiraten hatte er im Mai zum nationalen Meister gemacht.

Die Mannschaft (3-2-1/10:3 Tore) aus Abu Dhabi liegt nach sechs Runden der Premier League mit vier Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Al Wasl auf dem vierten Tabellenplatz. Hickersberger wird seine neue und alte Truppe bereits am Donnerstag auswärts gegen Al Sharjah von der Tribüne aus verfolgen und gibt sein Comeback auf der Bank am 27. Oktober im Heimspiel gegen Al Shabab. Al Wahda hat im Sommer nur den brasilianischen Torjäger Silva Pinga verloren.

Der Wechsel des Niederösterreichers kam eher durch Zufall zustande. Als er am vergangenen Samstag in Abu Dhabi einige bei seiner Ausreise vergessene Formalitäten nach seinem Abschied erledigen und einen noch ausständigen Monatsgehalt abholten wollte, waren auch viele Journalisten am Vereinssitz zu einer Pressekonferenz anwesend. Der SSC Al Wahda hatte gerade den zweiten Trainer in der neuen Saison gefeuert.

Sofort wurde "Hicke" als Nachfolgekandidat in Spiel gebracht worden und gefragt, ob er den Posten wieder übernehmen wolle. Der Österreicher fühlte sich geehrt, verwies aber auf seinen Vertrag in Bahrain. "Nach meiner Rückkehr habe ich dort um Freigabe gebeten und meine Gründe dargelegt," erzählte der Trainer im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur.

Der Verband in Bahrain hat ihm nichts in den Weg gelegt, ihm für die vorzeitige Trennung jedoch eine sechsstellige Summe abgerungen. Der Meistermacher, der auch ein glänzender Verhandler ist, hat es verkraften können. Nachdem im Sommer trotz Titelgewinns eine Vertragsverlängerung nicht zustande gekommen war, unterschrieb Hickersberger den bestdotierten Vertrag seiner Trainerlaufbahn. "Das bringt die Inflation der Dollar-Währung mit sich", meinte er.

Das Geld ist ihm nicht mehr so wichtig. Vielmehr ist er erleichtert, mit Bahrain vom 24. November bis 4. Dezember nicht zum Golf-Cup in den Südjemen reisen müssen. Für dieses Turnier hatte der Niederösterreicher für sich eine Absage schon lange entschieden. Er hatte aus Sicherheitsgründen größte Bedenken, weil der Jemen von einem Zweig der Terrororganisation Al-Kaida, der AQAP, in Atem gehalten wird.

"Sie will die Regierung im Jemen stürzen, hat schon zweimal das Auto des britischen Botschafters mit Raketen angegriffen. Und als das Staatsoberhaupt erklärte, für die Sicherheit der Golf-Cup-Teilnehmer mit 30.000 Soldaten zu sorgen, wurde in einem Stadion eine Bombe gezündet", berichtete Hickersbeger.

Bei solchen Ereignissen kann man gut verstehen, dass der österreichische Trainer nicht ungern nach Abu Dhabi zurückkehrte. "Dort habe ich auch schon eineinhalb Jahre gearbeitet", meinte er. Und statt des Golf-Cups steht ihm dort auch eine internationale Bühne zur Verfügung. Der SSC Al Wahda nimmt vom 8. bis 18. Dezember in Abu Dhabi an der FIFA-Vereins-WM teil.