Erstellt am 02. September 2012, 20:42

Jukic bestätigte im ORF Klagen gegen OSV. Der gesperrte Spitzenschwimmer Dinko Jukic hat am Sonntagabend in der ORF-Sendung "Sport am Sonntag" angekündigt, dass es mehrere Klagen gegen den Österreichischen Schwimmverband (ÖSV) geben werde.

"Der Verband weiß gar nicht, was für ein Problem er haben könnte", sagte der 23-jährige Olympia-Vierte in der TV-Sendung. Sein Anwalt Thomas Krankl teilte außerdem mit, dass man gegen die Sperre "höchstwahrscheinlich" auch beim Arbeitsgericht vorgehen werde, da Jukic Profisportler sei und das Ganze einem Berufsverbot gleichkäme. Das unabhängige Verbandsgericht hatte Jukic vor kurzem wegen Beleidigung einiger Verbandsfunktionäre für ein Jahr, davon zehn Monate unbedingt, gesperrt. Jukic anerkennt dieses Gericht allerdings nicht, weil ein Mitglied nicht gewählt sei. Diese Meinung vertritt auch Anwalt Krankl, ein ehemaliger Schwimmer. Die Sperre bezeichnete Jukic als "ebenso lächerlich wie der ganze Verband".

Laut Jukic schwelen die Probleme mit dem Verband schon seit 2006. Er versuche aber nicht nur im Schwimmen, sondern "allgemein im Sport" ein Zeichen zu setzen. Ihm gehe es darum, dass Sportler und nicht die Funktionäre wichtig seien. Laut Jukic sei das Gericht auch deshalb nicht zuständig, weil er Mitglied eines Wiener Vereins sei und nur dieser ihn sperren könne. Offenbar ist der Schwimmer überzeugt, somit dank einer Feststellungsklage auch sofort weiterschwimmen zu können.

Dass von seinem Kampf eventuell hauptsächlich andere profitieren könnten, stört den kritischen Schwimmer nicht. "Auch das wäre ein Erfolg. Ich habe bisher immer alles zu 100 Prozent bewältigt. Ich bin nicht everybodys darling, aber auch keine Schlange sondern ein Igel, auf den es gefährlich ist, draufzusteigen." Solange ich Erfolge habe, hört man auf mich. Wenn nicht, tritt man auf mich drauf. Dieses Opfer zu bringen, bin ich bereit."

Jukic beteuerte, dass er zu all seinen Aussagen stehe. Also auch zu jenen, die bei der EM im Mai in Debrecen gefallen sind und die er danach bei Olympia in London wiederholt hatte. Jukic gestand aber ein, dass eventuell Worte zu hart gewählt worden seien. "Aber gemessen an dem, was alles passiert ist, war es der einzige Weg."

Jukic kritisierte erneut die angebliche "Allmacht" von Verbandspräsident Paul Schauer. Schauer wies das in einem eingespielten ORF-Interview zurück. "Das Gegenteil ist der Fall", verwies der 65-Jährige darauf, dass der Verband demokratische Strukturen und er selbst lediglich eine Stimme habe. Das Verbandsgericht habe statutengemäß autonom entschieden, "ich habe das nicht zu interpretieren." Er sei persönlich enttäuscht, dass Jukic ihn nun als Feindbild ausgesucht habe, sagte Schauer.

Am 15. September finden die OSV-Vorstandswahlen statt und Jukic machte nochmals klar, dass er als Schwimmer nicht weitermache, wenn Schauer dabei Präsident bleibe. "Dann werde ich mir woanders etwas suchen", erklärte Jukic, schloss aber einen Nationenwechsel dezitiert aus. Eher höre er auf.