Erstellt am 12. Juli 2013, 13:16

Jungwirth muss fünf Jahre ins Gefängnis. Der ehemalige Generalsekretär des Österreichischen Olympischen Komitees (ÖOC), Heinz Jungwirth, muss für fünf Jahre ins Gefängnis.

Das Wiener Oberlandesgericht (OLG) hat am Freitagmittag die im vergangenen Juli über Jungwirth verhängte Strafe des Wiener Straflandesgerichts bestätigt, der wegen Untreue mit einer Schadenssumme von 3,3 Mio. Euro schuldig erkannt worden war.

Dem Appell von Verteidiger Herbert Eichenseder, die Strafe zu reduzieren, blieb im Justizpalast der Erfolg versagt. "Wenn jemand so wie er (Jungwirth, Anm.) am Boden liegt, soll man nicht noch draufsteigen", hatte Eichenseder zu bedenken gegeben. Das ÖOC sei kein straff geführter Verein gewesen und habe in finanzieller Hinsicht "ohne Sicherheitsnetz im freien Raum funktioniert".

Dieser Einwand, wonach es Jungwirth sehr leicht gemacht worden sei, ÖOC-Gelder für eigene Zwecke abzuzweigen, bewog den Berufungssenat aber nicht dazu, bei einem Strafrahmen von einem bis zu zehn Jahren das Strafausmaß abzusenken. "Eine Reduktion steht nicht im Raum", stellte der Vorsitzende Dietmar Krenn unter Verweis auf die "extrem hohe Schadenssumme", die persönliche Bereicherung und den langen Tatzeitraum in der Urteilsbegründung klar.

Der einst wohl mächtigste Sportfunktionär des Landes hatte laut nunmehr rechtskräftigen Feststellungen der Gerichte von 2003 bis 2009 in zahlreichen Angriffen seine Zeichnungsberechtigung auf ÖOC-Konten missbraucht und sich Gelder zugeeignet, um damit sein kostspieliges Privatleben zu finanzieren. Er gönnte sich etwa einen noblen Fuhrpark, zehn Pferde und eine Reithalle im Ausmaß von 70 Mal 20 Meter. Seinem Sohn spendierte er einen sündteuren Reitlehrer.

Jungwirth hatte die wider ihn erhobenen Vorwürfe als Angeklagter stets abgestritten. Man müsse jetzt akzeptieren, dass die Gerichte das anders sehen, räumte nun sein Verteidiger ein, nachdem der Oberste Gerichtshof (OGH) schon vor einigen Monaten den Schuldspruch in nichtöffentlicher Sitzung bestätigt hatte: "Wir wissen, was auf uns zukommt."

Jungwirth selbst merkte im Justizpalast an, er habe bis zu 200 Tage im Ausland "für den Verein" gearbeitet: "Ich würde es heute noch gern tun." Die "Verquickung von Beruf und privat" sei "notwendig, wenn auch verboten" gewesen.