Erstellt am 03. Februar 2012, 12:28

Jungwirth und Stellvertreterin droht eine Anklage. In der Affäre um Salzburgs Olympiabewerbung für die Winterspiele 2014 und um das ÖOC steht nun eine erste Anklage ins Haus.

Das Justizministerium hat sich der von der Staatsanwaltschaft Salzburg beabsichtigten Anklage wegen Untreue gegen den 62-jährigen ehemaligen ÖOC-Generalsekretär Heinz Jungwirth voll inhaltlich angeschlossen, ebenso gegen dessen seinerzeitige 49-jährige Stellvertreterin.

Den beiden wird vorgeworfen, Gelder des Österreichischen Olympischen Komitee für sich selbst oder Dritte abgezweigt zu haben. Bei Jungwirth geht die Staatsanwaltschaft von einem Betrag von 2,7 Millionen Euro aus, bei dessen damaliger Stellvertreterin handelt es sich um rund 360.000 Euro, wobei ihr eine Mitverantwortung insofern angelastet werde, als sie eine Pflicht zur Prüfung gehabt hätte. Wie es heißt, haben beide im Vorfeld die Vorwürfe zurückgewiesen, berichteten die "Salzburger Nachrichten" am Freitag.

Laut Barbara Feichtinger, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Salzburg, geht es in der bevorstehenden Anklage um den Vorwurf der Untreue. Sowohl Jungwirth als auch dessen Stellvertreterin seien für die ÖOC-Konten zeichnungsberechtigt gewesen. Der damalige Generalsekretär habe dabei in Summe rund 2,7 Millionen Euro durch Überweisungen und Barbehebungen "in die eigene Tasche gewirtschaftet", so Feichtinger zur APA.

Die Gelder flossen unter anderem "in einen Reitstall, Dressurpferde und in einen aufwendigen Lebensstil", so die Staatsanwältin. Aber auch Angehörige seien unterstützt worden. Zudem habe Jungwirth auch Rechnungen an Dritte mit ÖOC-Geldern beglichen, etwa für Autoreparaturen. Jungwirths Anwalt Herbert Eichenseder konnte am Freitag inhaltlich zu den Vorwürfen noch keine Stellungnahme abgeben: "Die Anklage ist noch nicht zugestellt, ich kann noch nichts sagen."