Erstellt am 10. Mai 2011, 12:48

Kartnig-Prozess: Rechnungen im Mittelpunkt. Am Dienstag ist am Grazer Straflandesgericht der Prozess gegen Hannes Kartnig und sieben Mitbeschuldigte aus dem Umfeld des Fußball-Bundesligisten Sturm Graz fortgesetzt worden.

Am Dienstag ist am Grazer Straflandesgericht der Prozess gegen Hannes Kartnig und sieben Mitbeschuldigte aus dem Umfeld des Fußball-Bundesligisten Sturm Graz fortgesetzt worden. Dem Ex-Präsidenten wird schwerer Betrug, betrügerische Krida, grob fahrlässige Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen sowie Steuerhinterziehung vorgeworfen. Diesmal standen nicht bezahlte Rechnungen im Mittelpunkt.

Am 18. Verhandlungstag hatte das Publikumsinteresse deutlich nachgelassen, viele Reihen im großen Schwurgerichtssaal blieben leer. Als Zeugen waren verschiedene Vertreter von Firmen geladen, denen Sturm Graz laut Anklage Geld schuldig geblieben ist. Zunächst wurde ein Fitnesstrainer befragt, dessen Security-Firma von 2005 bis 2008 für Sturm tätig war. Bei der Aufnahme der Personalien kam zur Sprache, dass diese bis vor kurzem streng geheim gehalten werden mussten. Er habe als Leibwächter gearbeitet, so der 37-Jährige, "ich war für die Sicherheit eines Ex-Politikers aus Kasachstan verantwortlich." Damals bei Sturm waren seine Leute allerdings eher für Ordnerdienste und Eingangskontrolle verantwortlich, das war etwas weniger brisant.

Der Vertrag lief über den Geschäftsmann Klaus Leutgeb, der einige Zeit im Sturm-Vorstand war und der auch an der Security-Firma des Zeugen beteiligt war. "Wer war der Kopf des Unternehmens?", fragte Richter Karl Buchgraber. "Leutgeb", so die Antwort. "Sie waren also sein Strohmann", ergänzte Kartnig-Verteidiger Michael Pacher. "Ja, genau". Leutgeb wollte den Fitnesstrainer auch noch überreden, einen Firmenkredit aufzunehmen, um Sturm eine Million Euro spenden zu können. "Ich wollte Sturm aber nicht sponsern", so der Zeuge.

Dann ging es um eine Fuhre Humus für das Trainingszentrum, für die der Verein 287 Euro schuldig geblieben ist, außerdem um Handtücher und Bademantel, die aber mittlerweile bezahlt wurden. Über Plakate, Werbefolder und Visitenkarten wurde bereits geredet, Tankrechnungen und Stadionmieten werden ein anderes Mal besprochen. Der Prozess wird am Mittwoch um 9.00 Uhr fortgesetzt.