Erstellt am 26. Oktober 2013, 13:49

Kathrin Zettel bei Sölden-RTL Zweite. Lara Gut heißt die erste Siegerin des Skiwinters 2012/13. Jubeln kann auch bei Kathrin Zettel über Platz 2.

Kathrin Zettel 2013  |  NOEN, HANS KLAUS TECHT (APA)

Die 22-jährige Schweizerin Lara Gut gewann am Samstag beim Weltcup-Auftakt in Sölden den Riesentorlauf der Damen bei strahlendem Sonnenschein und Plusgraden 0,84 Sekunden vor der Österreicherin Kathrin Zettel, die wie im Vorjahr Platz zwei holte. Anna Fenninger verpasste vor 11.000 Zuschauern als Vierte hinter der deutschen Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg einen weiteren ÖSV-Podestplatz knapp. Titelverteidigerin Tina Maze enttäuschte als 18.

Erster RTL-Sieg für Gut

Vor einer Traumkulisse ging der Saisonstart bei perfekten Bedingungen auf dem Rettenbach-Gletscher über die Bühne. Während Gut für den ersten Damensieg für die Schweiz in Sölden überhaupt und den ersten RTL-Triumph einer Eidgenossin seit zehn Jahren (Sonja Nef/2003 Bormio) sorgte, klappte es am österreichischen Nationalfeiertag und zum 20-Jahr-Jubiläum der Söldener mit einem Heimsieg aber knapp nicht.

Starker Auftritt von Zettel

Zettel, 2008 Österreichs letzte Sölden-Siegerin, unterstrich aber ihre starke Verfassung ebenso wie Fenninger und holte sich gleich zum Start 80 Punkte und fast 20.000 Euro Preisgeld. Während Michaela Kirchgasser und die Vorjahres-Dritte Stefanie Köhle schon im ersten Lauf ausschieden, war Andrea Fischbacher als 13. und drittbeste Österreicherin zudem eine Positiv-Überraschung aus ÖSV-Sicht. Auch Europacup-Gesamtsiegerin Ramona Siebenhofer gefiel als starke 15.

Zufriedene Schweizer

Dementsprechend positiv war die Stimmung, vor allem im Lager der Podest-Fahrerinnen. "Das ganze Team hat einen Schritt nach vorne gemacht", lobte der neue schweizer Alpinchef Rudi Huber. Im Vorjahr war den Schweizern kein einziger Weltcup-Sieg gelungen, nun ging es unter der Führung des Österreichers gleich mit einem Triumph los. "Damit ist ein Riesendruck weg. Die Messer waren schon gewetzt", scherzte Huber und lobte die ganze Damenmannschaft, die mit Hans Flatscher ebenfalls von einem Österreicher geführt wird.

Gut trainiert freilich weitgehend mit ihrem Privatteam, hat aber einen Monat vor dem Start ihren Chefcoach gefeuert. "Vor allem hier in Sölden auf diesem schwierigen und coolen Hang zu gewinnen, taugt mir voll", freute sich die fünf Sprachen sprechende Tessinerin über ihren vierten Weltcupsieg, den ersten im Riesentorlauf. "Ich bin hier zum ersten Mal gestartet, als Dani Albrecht gewonnen hat. Schön, dass es nun auch für mich geklappt hat. Wenn ich so weiterfahre, wird das eine gute Saison."

Das einstige Wunderkind Gut wird immer wieder als potenzielle Gesamtsiegerin gehandelt, hat bisher aber zu fehlerhaft agiert. Auch Gut lobte in Sölden das neue Führungsteam. "Ich kenne Rudi als er noch mein Atomic-Rennchef war. Er ist super und kennt sich nicht nur im Sport aus."

"Alles geht in richtige Richtung"

Hochzufrieden war man auch im ÖSV-Lager. "Voll cool. Ich habe mir gewünscht, dass ich es bei dieser Traumkulisse wieder auf das Podest schaffe", freute sich Zettel. Die Niederösterreicherin unterstrich damit eindrucksvoll, dass sie ihre große Krise endgültig hinter sich hat. "Das war ein guter Beginn, aber alles war's noch nicht", drohte die Göstlingerin lachend. "Darauf kann ich aufbauen und nun auch im Slalom angasen. Alles geht in die richtige Richtung."

Fenninger haderte aber ein wenig, vor allem wegen eines kleinen Fahrfehlers in der Entscheidung. "Ich kann brutal schnell fahren, mache aber noch zu viele Fehler", erklärte die Salzburgerin. "Ein vierter Platz ist aber nicht schlecht. Ich kämpfe schon lange hier und irgendwann stehe ich oben auf dem Podest", versicherte die 24-Jährige.

Während auch Weltmeister-Tochter Tina Weirather (5.) aus Liechtenstein und die 18-jährige US-Slalom-Weltmeisterin Mikaela Shiffrin (bestes RTL-Ergebnis) als Sechste stark aufzeigten, ging der Auftaktbewerb für Tina Maze (18.) und Weltmeisterin Tessa Worley (21.) völlig in die Hose. Maze hatte im Vorjahr mit einem souveränen Sölden-Sieg den Startschuss in eine grandiose Saison gegeben, in der sie mit neuer Rekordmarke dann auch die große Kristallkugel holte.