Erstellt am 02. Oktober 2012, 13:26

Kaum Veränderungen für Kasachstan. Fußball-Teamchef Marcel Koller vertraut in den bevorstehenden WM-Qualifikationsspielen gegen Kasachstan weitgehend jener Mannschaft, die gegen Deutschland (1:2) eine starke Leistung geboten hat.

Als einzige Änderung im 23-Mann-Kader, den Koller am Dienstag in Wien bekanntgegeben hat, ersetzt England-Legionär Andreas Weimann Mattersburg-Stürmer Patrick Bürger. Auf David Alaba verzichtet Koller zumindest im Auswärtsspiel am 12. Oktober auf Kunstrasen in Astana. Der Jungstar von Bayern München ist nach einem im Juli erlittenen Mittelfußknochenbruch erst vergangene Woche ins Mannschaftstraining eingestiegen. Koller hat ihn nach Rücksprache mit Bayern-Trainer Jupp Heynckes erst ab 13. Oktober auf Abruf nominiert. "Es ist möglich, dass wir ihn nach unserer Rückkehr aus Kasachstan dazunehmen", erklärte Koller. Das Rückspiel steigt am 16. Oktober in Wien.

"Wir werden uns die Option offen lassen", sagte Koller. Ein anderer Spieler müsste nicht zwangsläufig das Teamcamp verlassen. Alaba, der schon gegen Deutschland gefehlt hatte, wird vorerst weiter in München auf sein Comeback hinarbeiten. "Ich werde ständig Kontakt mit David und mit Heynckes halten", versicherte der ÖFB-Teamchef. In der fehlenden Spielpraxis des Youngsters sieht Koller kein Problem: "Ich weiß selbst von meinen Verletzungen, dass die Motivation im ersten Spiel danach extrem hoch ist." Ein Kunstrasen sei für die Rückkehr aber nicht optimal.

Seine allererste Einberufung ins A-Team erhielt Aston-Villa-Stürmer Weimann. Der 21-Jährige war schon im Frühjahr ein Thema gewesen, damals aber wegen einer Knöchelverletzung außer Gefecht. "Weimann ist ein Stürmer, der das umsetzen kann, was wir als Philosophie bei unseren Stürmern sehen wollen", begründete Koller. "Er ist einer, der weite Wege geht. Er kommt mehr aus der Tiefe und geht auch in die Tiefe."

Viermal ist Weimann in dieser Saison in der Premier League bereits zum Einsatz gekommen, davon zweimal von Beginn an. "Er spielt in einer absoluten Topliga. Da ist es auch etwas schwieriger, ins Team zu kommen, als hier in Österreich", erinnerte Koller. Das alleine habe aber nicht für Weimann und gegen Bürger gesprochen. Koller: "Es bringt vielleicht auch taktisch ein anderes Element."

Bürger sei ein ähnlicher Stürmertyp wie Marc Janko, der gegen Deutschland vorerst auf der Bank gesessen war. Janko spielte zuletzt erstmals von Beginn an für seinen neuen Club Trabzonspor. Koller hält dem Ex-Kapitän auch nach seinem Wechsel in die Türkei die Treue. "Er ist eine wichtige Person. Gegen Deutschland hat er noch nicht die Spielpraxis gehabt", sagte der Schweizer. "Aber er hat schon bewiesen, dass er internationale Tore schießen kann." Elf sind es im Nationalteam - mehr als jeder andere Akteur im Kader.

Gefolgt wird Janko in der internen Schützenliste von Andreas Ivanschitz (10 ÖFB-Tore), der am Wochenende mit zwei Assists für Mainz überzeugt hatte. Fast alle neun Deutschland-Legionäre im Kader haben zuletzt gute Kritiken erhalten. "Sie haben auch wirklich gut gespielt", meinte Koller. "Das ist wichtig für das Selbstvertrauen und auch für den österreichischen Fußball, wenn man ihn im Ausland präsentiert." Der 19-jährige Raphael Holzhauser sei nach seinem Debüt in der Startformation von VfB Stuttgart aber noch kein Thema.

Frankfurts Erwin Hoffer muss sich weiterhin mit einem Platz auf Abruf zufriedengeben. Am Nummer-eins-Status von Torhüter Robert Almer ändert sich auch durch dessen Reservistenrolle bei Fortuna Düsseldorf nichts. "Solange er bei uns seine Leistung zeigt, sehe ich kein Problem", betonte Koller. Ein Bundesliga-Spiel hat Almer bisher bestritten - weniger als Länderspiele.

ÖFB-Europacup-Bilanz gegen ukrainische Teams klar negativ

Vor den Europa-League-Duellen zwischen Rapid und Metalist Charkiw in der Gruppe K (Donnerstag/auswärts bzw. 6. Dezember/heim) verheißt die Statistik nichts Gutes: In den 31 bisherigen Aufeinandertreffen mit ukrainischen Clubs gab es für österreichische Teams lediglich 8 Siege und 5 Remis, 18 Mal ging man als Verlierer vom Platz.

Als "Horrorsaison" ging die Vorsaison in die Annalen ein, in der sowohl Austria Wien als auch Red Bull Salzburg gegen Metalist Charkiw bei einem Torverhältnis von 3:14 in vier Spielen ebensoviele Niederlagen kassierten.

Rapid bekam es bisher nur mit Dynamo Kiew zu tun. Während Kiew 1985/86 und 1992/93 (mit dem nunmehrigen Trainer Peter Schöttel) eine zu hohe Hürde darstellte, setzte sich Grün-Weiß 1996/97 in der Champions-League-Qualifikation gegen das Team aus der Hauptstadt durch, siegte sowohl zu Hause (2:0) als auch auswärts (4:2 - mit Schöttel). Die ausgeglichene Gesamtbilanz (6 Spiele): 3 Siege, 3 Niederlagen.