Erstellt am 25. Juni 2016, 05:48

BFV-Chef Milletich verteidigt die Vereine. Kein Ostliga-Aufsteiger aus dem Burgenland: BFV-Boss Gerhard Milletich stellt sich demonstrativ vor die Vereine.

Kein Aufsteiger in die Ostliga: Kein Ruhmesblatt für Burgenlands Fußball. Foto: Bernhard Fenz  |  NOEN

 |  NOEN

19 Punkte liegt der Neunte Wimpassing hinter Meister Eberau. Trotzdem hätte der Klub aus dem Bezirk Eisenstadt in die Ostliga aufsteigen können – der BFV kontaktierte nach dem „Nein“ des neuen Titelträgers zum Aufstieg alle in Frage kommenden Teams, eben bis zum Neunten Wimpassing.

Fazit: Niemand wollte aufsteigen, somit darf sich Schwechat als Vorletzter der Regionalliga Ost über den burgenländischen Verzicht freuen – und bleibt oben.

Eine Etage weiter unten gilt es nun, das angekratzte Image der nicht aufstiegswilligen Gruppe an Klubs wieder aufzupolieren.

Reform: Wie wird man die obersten drei Ligen auffüllen?

Der Form halber sei erwähnt: Die SVM Amateure hätten sehr wohl gewollt. Grün-Weiß hätte aber als Bundesliga-Amateurteam Relegation spielen müssen, verpasste den dafür nötigen ersten Platz und nahm sich so selbst aus dem Rennen.

 |  NOEN

Für Gerhard Milletich, den Präsidenten des Burgenländischen Fußballverbands, ist die rot-goldene Aufstiegsblamage jedenfalls kein spezielles Dilemma des östlichsten Bundeslandes. Er sagt: „Diese Causa liegt mir schon im Magen, aber vor allem wegen des Allgemeinzustands.“

Läuft alles nach Plan, soll schließlich ab der Saison 2018/2019 in den beiden obersten Ligen mit 28 (12 + 16) statt bisher 20 Mannschaften (10 + 10) gespielt werden. „Die Frage wird also sein, wie wir es künftig schaffen, die Bundesliga und die Regionalliga überhaupt aufzufüllen.“

„Das hier ist auch das Ergebnis einer jahrelangen zu geringen Wertschätzung den Vereinen gegenüber.“

BFV-Präsident Gerhard Milletich über den fehlenden Ostliga-Aufsteiger

Dass kein Klub aus dem Burgenland zuletzt in die Ostliga wollte, schmeckt Milletich zwar grundsätzlich nicht, Verständnis zeigt der Verbands-Chef (der bekanntlich auch Obmann von Ostligist Parndorf ist) aber allemal: „Die Regionalliga ist wieder ein weiterer Schritt mit einer Mehrbelastung von den Voraussetzungen, etwa einer verpflichtenden zweiten Kampfmannschaft. Gleichzeitig wird den Funktionären immer mehr der Boden unter den Füßen abgegraben. Da verstehe ich schon, dass sich schwer Vereine finden, die tatsächlich aufsteigen wollen.“

 |  NOEN

Milletich geht sogar noch weiter: „Das, was wir in der BVZ Burgenlandliga sehen, ist auch das Ergebnis einer jahrelangen zu geringen Wertschätzung den Vereinen gegenüber. Der administrative Aufwand ist mittlerweile enorm. Durch diverse Prüfungen hat jeder Funktionär Angst davor, einen kleinen Fehler zu begehen. Jetzt kommt auch die Registrierkassa dazu. Insgesamt finden sich da eben keine Leute mehr. Ich gehe davon aus, dass die Lage bei den Vereinen sogar noch schlechter wird.“

So mir nichts, dir nichts, ist es heutzutage auch nicht mehr möglich, sich durch Vereinsfeste das Budget aufzustellen. Längst greifen auch hier Auflagen, die so manchen Funktionär vor einer Organisation abschrecken. „Gleichzeitig ist in der Wirtschaft aber längst kein oder nur mehr wenig Geld für den Sport da, das sieht man ja auch bei den Profiligen. Aber die Klubs können das nötige Geld ja nicht einfach herbeizaubern. Mittlerweile ist es sehr schwer.“

Aufstiegszwang ist „kein Thema“

Was Milletich vorerst bleibt, ist die Hoffnung, dass sich in der neuen Saison von Beginn weg Ostliga-willige Klubs finden. „Es wäre schön, wenn die Klubs wieder für den Aufstieg kämpfen würden.“

Zwingen wolle man aber niemanden, etwa mit einer unbedingten Aufstiegspflicht für den Meister. „Vereine zu nötigen, wäre verantwortungslos. Das Wichtigste ist, dass sie gesund bleiben, anstatt danach tot zu sein…“