Erstellt am 26. September 2012, 00:00

Keine Ergebnisse im Kinderfußball. Vorstandsbeschluss / Der BFV hat verlängert: Zumindest bis 2014 werden keine Spielausgänge von der U9 bis zur U12 veröffentlicht.

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Von Bernhard Fenz

Bis zur U8 werden im Kinderfußball Turniere abgehalten. Ab der U9 wird es ernst, mehr oder weniger: Dann folgt ein Meisterschaftsbetrieb.

Öffentlich zugänglich sind diese Ergebnisse im Burgenland seit 2005 jedoch erst ab der U14. Im Zuge der letzten Vorstandssitzung behandelte der Verband (aufgrund von Anfragen) die Thematik, ob die Ergebnisse auch wieder unterhalb des Nachwuchsfußballs (so die Bezeichnung ab der U14) freigegeben werden. Die Entscheidung sah eine Verlängerung des Ergebnisstopps im Kinderfußball vor – der Beschluss gilt vorerst bis Ende der Saison 2013/2014. Geht es nach Hans Füzi, soll diese Stoßrichtung dauerhaft beibehalten werden. Der Sportliche Leiter des BFV ist ein Verfechter der strikten „Nein-Linie“ zu Ergebnissen im Kinderfußball: „2007 waren im Zuge der Online-Umstellung die Nachwuchsspielberichte und Ergebnisse wieder sichtbar. Wir haben das nach einem halben Jahr ändern lassen und unterbinden können – in dieser Zeit gab es sogar einige Spielabbrüche im U12- und U10-Bereich, weil etwa Trainer oder Eltern aufs Feld gelaufen sind und die Schiedsrichter (Anmerkung: im Kinderfußball meist Laienschiris, also Eltern oder Funktionäre, die sich zur Verfügung stellen) attackiert haben. Seitdem ist es wieder ruhig.“

„Kindern ist Ergebnis vollkommen egal“ 

Somit seien natürlich nicht die Kinder das Problem, wie Füzi klarstellt: „Wenn Ergebnisse veröffentlicht werden, geht es um die Trainer und die Eltern. Plötzlich werden nicht mehr alle Kinder, sondern nur mehr die Besten der Mannschaft eingesetzt, die Freude und Leichtigkeit am Kinderfußball wird auch nicht mehr optimal vermittelt.“

Burgenland und Oberösterreich sind derzeit die einzigen Verbände, die diese Linie strikt beibehalten. Bei der nächsten ÖFB-Tagung der Sportdirektoren steht das Thema aber an der Tagesordnung. Ziel ist, geht es nach dem Österreichischen Fußballbund, bundesweit die Veröffentlichung der Ergebnisse bis zur U12 einzustellen.

Zwar sind die Spielresultate in der Szene natürlich inoffiziell im Umlauf – Trainer und Vereine tauschen sich aus. Was trotzdem fehlt, ist sozusagen der amtliche Stempel. Für Hans Füzi ist die Sache jedenfalls klar: „Den Kindern ist das Ergebnis völlig egal, die wissen das teilweise nach zwei Stunden nicht einmal mehr. Es betrifft hier nur Trainer und Eltern – und um die geht es nicht.“ Nachsatz: „Eine Veröffentlichung der Ergebnisse fordern meist Trainer, die einmal einen guten Jahrgang betreuen und die glauben, dass sie dadurch gut sind. Ein guter Trainer im Nachwuchs zeichnet sich aber durch andere Tugenden aus – wenn etwa die Kinder nach einem Training fragen, wann sie das nächste Mal wieder kommen können, weil es ihnen so viel Spaß gemacht hat. Das ist unter anderem ein wesentliches Qualitätsmerkmal für Kinderfußball.“

Bernat „Bubu“ Koch, Tim Harrer und Rafet Vural (v.l.) vom SVM jagen zwar dem Ball nach, bis zur U12 gibt es dazu aber keine offiziellen Ergebnisse.

Vogler