Erstellt am 22. Januar 2014, 12:00

von Bernhard Fenz

„Könnte viel mehr gehen“. Abschied / Georg Pangl trat als Bundesliga-Vorstand zurück. Ein Engagement im Ausland ist „denkbar“.

Abschied. Georg Pangl trat als Bundesliga-Vorstand zurück. Ein Engagement im Ausland ist »denkbar«. Foto: Gepa/Walter Luger  |  NOEN, Gepa/Luger
Von Bernhard Fenz

Neun Jahre lang war Georg Pangl als Bundesliga-Vorstand für das österreichische Fußball-Oberhaus im Einsatz. Nun zog er einen Schlussstrich.

Zähe Entscheidungsprozesse und schwieriges Verhältnis zu Rinner

„Die Entwicklung war aufgrund der Struktur ein lähmender Faktor. Es ist verständlich, dass es Individualinteressen gibt, aber in meiner Funktion muss man einen globalen Blick haben – und dann steht man aber irgendwann an. Wenn ich die Liga entwickeln will, muss man über Grenzen hinweg sehen“, resümierte der ehemalige Champions League-Manager nüchtern. „Es könnte viel mehr gehen.“

Zu zähe Entscheidungsprozesse (Vorstands- und Aufsichtsratsebene plus die 20 Vereine) waren die eine Seite. Das durchwachsene Verhältnis zu Präsident Hans Rinner könnte ebenfalls eine Facette sein.

„Ein Pangl ist Schwierigkeiten noch nie ausgewichen“

BFV-Präsident und Parndorf-Obmann Gerhard Milletich, angesprochen auf das Thema: „Dass die Harmonie zwischen Rinner und Pangl nicht konfliktfrei war, war zu sehen.“

Für die obigen Punkte spricht, dass der Stotzinger als Abschiedsgrund nicht die akuten Probleme gelten ließ – Stichwort Wettskandal, Stichwort Infrastruktur, Stichwort Ligaformat, Stichwort auslaufender Ligasponsor-Vertrag. „Ich schließe aus, dass anstehende Herausforderungen der Grund für die Trennung sind. Ein Pangl ist Schwierigkeiten noch nie ausgewichen.“

Dienstverhältnis endet offiziell am 15. Juni, danach zur EPFL?

Wie es mit dem 48-Jährigen beruflich weitergeht, steht noch nicht fest. Kontakte zur Vereinigung der europäischen Profiligen (EPFL) mit Sitz im Schweizer Nyon bestanden durch einen Headhunter aus London, laut Pangl sei man da „aber noch weit entfernt von etwas Handfesten gewesen. Es gibt bis dato keine konkrete Jobaussicht.“

Ob sich der zweifache Familienvater wieder den Gang ins Ausland (vor seinem Bundesliga-Engagement arbeitete er bereits in der UEFA-Zentrale in Nyon) vorstellen könne? „Man soll nichts ausschließen.“

Ende dieser Woche bricht Pangl jedenfalls seine Zelte in der Bundesliga-Geschäftsstelle ab. „In der Folge werde ich meinen offenen Urlaub aufbrauchen und danach auf Abruf weiter zur Verfügung stehen.“ Offiziell endet das Dienstverhältnis nach Einhaltung der Fristen am 15. Juni.

Milletich: „Es wird nicht leicht, einen adäquaten Ersatz zu finden“

Für SVM-Boss Martin Pucher, von 2006 bis Ende 2009 Bundesliga-Präsident (Pangl: „Die Zusammenarbeit mit Pucher war gut und stets konstruktiv“), kam der Abschied übrigens „nicht wirklich überraschend“.

Der Mattersburg-Chef hat den burgenländischen Landsmann als „sehr fleißigen und bemühten Arbeiter“ kennengelernt, Milletich wiederum hat „Pangls Arbeit schätzen gelernt. Es wird nicht leicht, einen adäquaten Ersatz zu finden.“

Was sich Pucher in Bundesliga-Fragen für die Zukunft wünscht: „Laufend wird reflexartig alles in Frage gestellt – egal ob Ligaformat, Meisterschaftsdauer et cetera –, statt bereits Entwickeltes weiterzuentwickeln. Lange genug habe ich mich in stundenlangen Sitzungen mit diversen Fragen beschäftigt. Man darf aber sicher sein: Bei vielen Themen kann man es nicht annähernd allen recht machen.“

x  |  NOEN, Franz Baldauf (Franz Baldauf)

Martin Pucher, Chef des SV Mattersburg:
„Reflexartig wird immer gleich alles in Frage gestellt.“


x  |  NOEN, Hafner

Parndorf-Boss und BFV-Präsident Gerhard Milletich:
„Wird schwer, einen adäquaten Ersatz zu finden.“



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