Erstellt am 23. Februar 2012, 20:34

Kofler gewann Qualifikation für Skiflug-WM. Andreas Kofler hat am Donnerstag etwas überraschend die Qualifikation für den Einzelbewerb der Skiflug-Weltmeisterschaft in Vikersund am Freitag gewonnen.

Der Tiroler flog auf der Weltrekordschanze auf 221,0 Meter und verwies mit 220,3 Punkten die beiden Norweger Rune Velta (216,2 Punkte/221,5 m) und Anders Fannemel (202,8/211,0) auf die Plätze zwei und drei.

Die Mitfavoriten Martin Koch und Thomas Morgenstern verzichteten auf den Durchgang. Der wie seine zwei Teamkollegen gesetzte Vizeweltmeister Gregor Schlierenzauer kam lediglich auf 165,5 m. Aber auch andere Medaillenanwärter wie Anders Bardal (NOR/166,0) und Kamil Stoch (POL/153,0 m) hatten bei schwierigen Verhältnissen erhebliche Probleme. Titelverteidiger Simon Ammann (SUI) schaffte hingegen 204,0 m, der Slowene Robert Kranjec kam auf 200,0 m.

Koch hatte bereits im Training seine Favoritenrolle untermauert. Der 30-jährige Kärntner flog auf der weltgrößten Schanze gleich im ersten Versuch auf 237,0 Meter, ließ danach 219,0 folgen und verzichtete auf den Qualifikationsdurchgang. Koch drückte sich als Gewinner der WM-Generalprobe in Oberstdorf auch gar nicht vor der Favoritenrolle. "Es wäre schön, wenn mir einmal in meiner Karriere ein Wettkampf richtig gut aufgeht", erklärte der Villacher. Ammann hat Koch jedenfalls auf der Liste der Favoriten ganz oben. "Der Weg zum Sieg führt über ihn", sagte der Schweizer (210,5/204,5/204), der selbst rechtzeitig in Form gekommen scheint.

Kofler machte in der früher gar nicht so geliebten Disziplin Skifliegen einen weiteren Schritt nach vorne. Er flog gleich bei seinem ersten Versuch auf der Weltrekordschanze auf 222,0 Meter und sprach danach vom besten Skiflug-Tag seiner Karriere. "Ich war noch nie so befreit beim Skifliegen. Ich habe mich in Oberstdorf gesteigert und hier geht es nahtlos weiter", freute sich der 27-Jährige. "Vielleicht kann ich ja eine Überraschung liefern."

Thomas Morgenstern wurde durch eine Verkühlung etwas gebremst, er verzichtete nach 201,5 und 185 Metern auf einen dritten Versuch und fuhr mit Koch ins Hotel zurück. Gregor Schlierenzauer begann mit 216,5 Meter, danach folgten 200,0 und bei schwierigen Bedingungen 165,5. Der Skiflug-Weltcupsieger kommentierte es gelassen. "Das war wirklich Training", sagte der 22-Jährige. Noch ist es ihm nicht gelungen, die Abstimmungsprobleme zwischen Körper und Bindung zu lösen. Doch das sollte bis zum Wettkampf gelöst sein.