Erstellt am 12. September 2012, 14:13

Koller nach 1:2 gegen Deutschland frustriert. Am Tag nach dem 1:2 zum WM-Qualifikationsauftakt in Wien gegen Deutschland war Österreichs Fußball-Teamchef Marcel Koller noch immer von der Niederlage gezeichnet.

Die gute Leistung gegen die Nummer zwei der Weltrangliste spendete auch am Mittwoch nicht wirklich Trost, es überwog die Enttäuschung über die verpasste Sensation. "Vom Ergebnis her ist das Ganze sehr frustrierend", so der Schweizer. Er habe Probleme, die Schlappe zu verarbeiten, erklärte Koller, "weil wir vor allem in der ersten Hälfte eine sehr gute Leistung gezeigt und einige Chancen herausgespielt haben. Dann hat aber die letzte Konsequenz und die Ruhe gefehlt." Im Gegensatz zur ÖFB-Auswahl hätten die Deutschen ihre Möglichkeiten eiskalt ausgenützt. "In solchen Situationen zeigt sich eben ihre Weltklasse", stellte Koller fest.

Mit Ausnahme der Chancenverwertung hatte der Betreuer seinen Schützlingen nichts vorzuwerfen. "Dass wir dieses Pressing nicht 90 Minuten lang durchhalten können, ist klar. Aber das Einzige, das in der ersten Hälfte gefehlt hat, waren die Tore. Und man darf nicht vergessen, dass wir gegen die Nummer zwei der Welt gespielt haben." Ein Unentschieden wäre ein gerechtes Resultat gewesen. "Aber es hat nicht sein sollen, und die grauen Haare kommen auch so."

Es seien die "kleinen Dinge" gewesen, die eine Überraschung gegen den dreifachen Welt- und Europameister vereitelten. "Bei der Chance von Arnautovic springt der Ball vor ihm noch einmal kurz auf, geht ihm ans Schienbein und er trifft ihn nicht richtig. Unmittelbar nach dem Spiel fehlte dem Teamchef die Zeit, dem Werder-Bremen-Legionär Mut zuzusprechen. "Wir haben uns nach dem Match verpasst, ich bin nicht dazu gekommen, ihn zu trösten. Aber ich werde in den nächsten Tagen Kontakt mit ihm aufnehmen", sagte Koller. Einfach werde es für Arnautovic nicht sein, den Fehlschuss zu verkraften. "Wenn man Marko kennt, weiß man, dass so etwas nicht spurlos an ihm vorübergeht."

Arnautovic und seine ÖFB-Kollegen müssen nun versuchen, bis zu den nächsten beiden WM-Quali-Partien gegen Kasachstan am 12. Oktober in Astana und vier Tage später in Wien ihre Schwächen so weit wie möglich auszumerzen. Koller wies jedoch darauf hin, dass die mit knappen Niederlagen gegen Irland und Schweden gestarteten Kasachen eine harte Nuss seien. "Beide Spiele gegen Kasachstan werden extrem schwierig. Wir müssen wieder so eine Leistung wie gegen Deutschland bringen und diesmal Tore schießen", so der Teamchef.