Erstellt am 17. Oktober 2012, 13:38

Koller nach 4:0: "Wir sind nicht Weltspitze". Österreichs Fußball-Teamchef Marcel Koller hat am Tag nach dem 4:0-Heimsieg über Kasachstan eine realistische Einschätzung des ersten Sieges im dritten Spiel der WM-Qualifikation eingefordert.

Der Erfolg über die Nummer 147 der Weltrangliste sei zwar ein wichtiger Schritt gewesen, allerdings stehe der ÖFB-Auswahl noch viel Arbeit bevor, um das Ticket für die Endrunde 2014 in Brasilien zu lösen.

"Es ist wichtig, dass man weiß, wo man herkommt. Wir sind nicht Weltspitze, wir sind nicht einmal unter den Top 30, das muss man sich vor Augen führen", mahnte der Schweizer. "Wir haben 4:0 gewonnen, aber das war gegen Kasachstan, nicht gegen Deutschland, Schweden oder Irland - die sind alle noch vor uns."

Rechenspiele, wie der zweite Platz erreicht werden könnte, will Koller derzeit nicht anstellen. "Der Sieg war wichtig, weil wir den Anschluss gefunden haben. Wir sind mit dabei und können in den direkten Duellen um den zweiten Platz kämpfen, dazu müssen wir aber gegen Schweden und Irland Punkte mitnehmen. Doch Hochrechnungen bringen jetzt nichts, wir müssen auf dem Platz die Leistung zeigen", erklärte der 51-Jährige.

Auftritte wie am Freitag beim 0:0 gegen die Kasachen in Astana darf sich die Nationalmannschaft aber nicht mehr erlauben, auch wenn Koller dieses Match nicht verteufeln will. "Schlechte Tage können immer wieder kommen. Und wenn Harnik zu Beginn das Tor macht, wäre die Partie so gelaufen wie in Wien."

Im Happel-Stadion präsentierten sich die Österreicher laut Koller "griffiger" als in Kasachstan, was möglicherweise auch an den neu in die Mannschaft gekommenen David Alaba, Marc Janko und Florian Klein lag. Im Gegensatz zu Alaba ist Janko auf eine Rolle festgelegt - und zwar auf jene des Mittelstürmers, die er am Dienstag mit zwei Toren besonders gut ausfüllte. "Er ist ein Stürmer von internationalem Format, immer präsent, wenn wir im Sechzehner sind, und hat auch zum Spielaufbau beigetragen", lobte Koller den Trabzonspor-Legionär.

Marko Arnautovic behielt trotz des enttäuschenden Auftritts in Astana seinen Platz in der Stammformation und dankte es mit einer starken Leistung. "Er kann Spiele entscheiden, wenn er sein Potenzial so wie am Dienstag abruft", meinte Koller über den Bremen-Legionär, den er erst bei "60 bis 65 Prozent" seines Leistungsvermögens sieht.