Erstellt am 08. September 2012, 13:40

Koller ohne neue Erkenntnisse nach DFB-Sieg. Österreichs Fußball-Teamchef Marcel Koller hat nach eigenen Angaben keine neuen Erkenntnisse aus dem 3:0-Sieg von Deutschland über die Färöer gewonnen.

Der Heimerfolg des Dienstag-Gegners in der WM-Qualifikation über die Truppe von den Inseln habe ihn lediglich in seiner Meinung bestärkt, dass es Österreich im Wiener Happel-Stadion mit einem absoluten Top-Team zu tun bekomme. "Die Deutschen haben am Anfang viele Chancen herausgespielt, aber der Färöer-Goalie ist immer am richtigen Ort gestanden. Mit dem 1:0 war der Druck weg, dann hatten sie leichtes Spiel", analysierte Koller. "Deutschland ist nach wie vor eine Weltklasse-Mannschaft, das hat man am Freitag wieder gesehen."

Bei allem Lob für den Gegner sind Koller aber auch "zwei, drei Dinge" im Färöer-Match aufgefallen. "Die habe ich schon an die Mannschaft weitergegeben, bleiben aber intern." Dabei könnte es möglicherweise um die deutsche Defensive gehen. Der als Linksverteidiger eingeplante Marcel Schmelzer dürfte verletzungsbedingt auch gegen Österreich ausfallen, deswegen wird in Wien wie schon in Hannover wohl der gelernte Innenverteidiger Holger Badstuber links in der Viererkette einlaufen. Per Mertesacker könnte wieder in die zentrale Abwehr rücken.

"Ich gehe davon aus, dass die deutsche Abwehr so wie gegen die Färöer aussehen wird - mit Mertesacker, der bei Standard-Situationen gefährlich ist. Aber das ändert nichts an unsere Plänen", betonte Koller, der außerdem mit einem zusätzlichen defensiven Mittelfeldspieler - Lars Bender oder Ilkay Gündogan - rechnet.

Koller glaubt nicht daran, dass die Deutschen von ihren kleinen Personalsorgen aus der Bahn geworfen werden. "Sie sind auf jeder Position mit Weltklassespielern besetzt." Dies trifft vor allem für das offensive Mittelfeld zu, wo Mesut Özil die Fäden zieht. "Aber Manndeckung wird es für ihn nicht geben, das ist nicht mein Spiel. Für ihn sind alle zuständig - da, wo er gerade ist, sollte einer von uns sein", sagte Koller.

Die Aufstellung hat Koller bereits im Kopf, hält sich aber naturgemäß bedeckt. Zwar lobte Koller die Entwicklung von Marc Janko, dennoch deutet viel darauf hin, dass Martin Harnik als Solospitze agieren und Marko Arnautovic am rechten Flügel eingesetzt wird. "Die Spieler haben Selbstvertrauen, aber das ist klar, weil wir zuletzt gute Leistungen und Ergebnisse geschafft haben", erklärte der Nationaltrainer.

Dass der Optimismus begründet scheint, wurde zuletzt auch von deutscher Seite bestätigt. "Die Österreicher sind im Moment so stark wie seit Jahren nicht mehr", warnte DFB-Teamchef Joachim Löw. "Wir nehmen dieses Lob auf, aber wir wissen, was zu tun ist, um eine Möglichkeit zu haben", lautete die Antwort Kollers.