Erstellt am 19. Oktober 2011, 14:48

Koller will Kritiker mit Erfolgen überzeugen. Schon vor seinem offiziellen Amtsantritt am 1. November hat Österreichs neuer Fußball-Teamchef Marcel Koller alle Hände voll zu tun. Für den Schweizer, der am Dienstag endgültig nach Wien übersiedelt ist, stehen demnächst unter anderem die Fixierung seines Trainerstabs, die Kaderzusammenstellung für sein Debüt am 15. November in der Ukraine sowie die Konzeption einer ÖFB-Philosophie am Programm.

Am Donnerstag will der 50-Jährige bei Sturm Graz gegen Anderlecht zusehen und am Wochenende bei Spielen der österreichischen Bundesliga im Stadion sitzen. Zusätzlich will er mit den Teamspielern in Kontakt treten, um seine "Ideen zu vermitteln, damit sie dann bei der ersten Zusammenkunft schon wissen, wie das ablaufen wird. Auch mit den Bundesliga-Trainern werde ich sprechen", erklärte Koller im Interview mit der APA - Austria Presse Agentur.

Kollers Bestellung hatte einigen Wirbel ausgelöst und gilt auch als Versuch, mit der "Verhaberung" im österreichischen Fußball aufzuräumen. Doch mit diesen Dingen will sich der Neo-Coach nicht befassen. " Mein Fokus liegt darauf, das Team dorthin zu bringen, wo ich es haben möchte."

Die Probleme mit Kurt Jara hat der Schweizer ausgeräumt. Und um andere Kritiker wie Herbert Prohaska oder Hans Krankl will er "keinen Bogen machen, sondern auf sie zugehen, wenn ich sie sehe, denn sie sind ja Fachleute, die als Spieler und teils als Trainer Karriere gemacht und immense Erfahrung haben. Da kann es von Vorteil sein, wenn man sich untereinander austauscht."

Seine Qualitäten kennt Koller genau: "Ich arbeite konzentriert und konsequent auf mein Ziel hin, spreche viel mit den Spielern, gehe meinen Weg, will meine taktischen Ideen umgesetzt haben und greife auf dem Platz korrigierend ein. Ich will die Spieler von meinen Vorstellungen überzeugen, lasse aber auch andere Meinungen zu."

Eine durchgängige Spielphilosophie soll in den nächsten Tagen gemeinsam mit ÖFB-Sportdirektor Willi Ruttensteiner ausgearbeitet werden. "Der ÖFB hat ja schon eine Philosophie, die wird jetzt mit meiner upgedatet." Um in der WM-Qualifikation zu bestehen, "da muss alles passen. Alle müssen in Topform sein, man braucht einen guten Start, um selbstbewusst auftreten zu können. Wenn wir in Brasilien dabei sein wollen, müssen wir mutig und cleverm sein."