Erstellt am 10. Oktober 2011, 13:40

Krimi zwischen Belgien und Türkei um Qualifikation. Zwischen Kasachstan und Österreich geht es am Dienstag in der Fußball-EM-Qualifikation nur noch um die Ehre. In den zwei weiteren Partien der ÖFB-Gruppe A ist hingegen Spannung garantiert.

Denn Belgien (in Deutschland) und die Türkei (daheim gegen Aserbaidschan) kämpfen im indirekten Duell um Rang zwei hinter dem überlegenen Gruppensieger Deutschland.

Die Belgier haben zwar einen Punkt Vorsprung auf die Türken, müssen jedoch in Düsseldorf gegen Deutschland antreten. Die Türken sind zu Hause gegen Aserbaidschan klarer Favorit. Als Zweiter qualifiziert man sich fürs Play-off und hat weiterhin die Chance auf eine EM-Teilnahme 2012.

Trotz der längst geschafften Qualifikation dürfen die Belgier keinesfalls auf lustlose Deutschen hoffen. "Wir werden kein Spiel verschenken. Wir wollen auch das zehnte Spiel gewinnen, aber nicht um der Türkei ein Geschenk zu machen", verkündete der deutsche Teamchef Joachim Löw, dessen Mannschaft aktuell als erster Herausforderer von Welt- und Europameister Spanien gilt. Der belgische Nationaltrainer Georges Leekens weiß, dass seine Truppe Großes vollbringen und wohl gewinnen muss. "Wir brauchen Mut, wir haben nichts zu verlieren", sagte Leekens, dessen Team nicht zuletzt dank des 2:0-Sieges in Wien im EM-Rennen ist.

Der türkische Teamchef Guus Hiddink verbreitete Zuversicht: "Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die Deutschen die Partie verlieren. Sie haben das Ziel ausgegeben, alle zehn Qualifikationsspiele gewinnen zu wollen." Im Falle eines Scheiterns drohen dem niederländischen Fußball-Lehrer ungemütliche Zeiten. "Go home Hiddink", hatte die Zeitung "Takvim" bereits nach dem 1:3 gegen Deutschland gefordert.

Bei aller Anspannung gehen jedoch alle Beteiligten von einem Einzug in die Play-off-Runde aus. Viel spricht dafür: Sollte Belgien in Düsseldorf verlieren, würde den Türken angesichts des besseren direkten Vergleichs sogar ein Remis gegen Aserbaidschan reichen. Beim Hinspiel in Baku gab es allerdings eine 0:1-Pleite.