Erstellt am 03. Dezember 2015, 04:13

von Bernhard Fenz

Kühbauer: „Ich kann halt leider keine Tore schießen“. Didi Kühbauer stolperte als WAC-Coach über die Chancenverwertung. Trotzdem schläft der 44-Jährige weiter gut.

Erfolgreiche Ära: Beim Blick zurück auf die Zeit als WAC-Trainer überwog bei Didi Kühbauer das Positive. Der 44-Jährige konnte mit den Kärntnern einige Male deftig jubeln, sogar die Europa League-Qualifikation gelang. Nun gilt der Fokus aber einmal dem Privatleben - und über kurz oder lang dann einer neuen Herausforderung. Foto: GEPA  |  NOEN, GEPA pictures/Patrick Leuk
Tabellenletzter. Ein Reizwort für Klubbosse, das auch beim WAC am Mittwoch der Vorwoche für die obligate Eigendynamik im Fußball gesorgt hatte. Die Kärntner gaben die Trennung von Coach Didi Kühbauer bekannt, Heimo Pfeifenberger wurde als Nachfolger präsentiert.

Am Samstag gewann der WAC dann mit 4:0 gegen Admira. Eigentlich war es ein Sieg, der für die Basis-Arbeit von Kühbauer spricht. Dieser sagt: „Ich bin an der Chancenverwertung gescheitert. Die Mannschaft an sich ist intakt und funktioniert, es war und ist ein Plan sowie eine Spielkultur ersichtlich.“

„Bin überzeugt, dass wir nicht absteigen“

Die Kugel ins Tor zu befördern, sei eben, wie der 44-Jährige weiß, in Wolfsberg längst auch eine Kopfsache gewesen.

Das Rüstzeug für einen erfolgreichen Klassenerhalt habe das Team fix, wie Kühbauer klarstellt: „Ich bin davon überzeugt, dass wir nicht absteigen werden, weil die Truppe zu gut Fußball spielt.“

Selbst beweisen kann er das nach der erfolgten Beurlaubung nun nicht mehr. „Der Trainer ist dann eben der Erste, der gehen muss – vor allem, wenn die Punkte fehlen. Ich blicke aber nicht im Groll zurück, wir haben sportlich sehr viel erreicht.“

Logischerweise zeigte sich der Wahl-Wulkaprodersdorfer über das abrupte Aus in Kärnten enttäuscht, ein wesentlicher Umstand beruhige aber: „Ich hinterlasse keinen Trümmerhaufen und kann gut schlafen.“

Immerhin feierte der Verein in den zweieinhalb Jahren etwa mit der Europa-League-Quali den größten Erfolg der Klubgeschichte, der WAC erarbeitete sich zudem einen spielstarken Ruf. „Ich kann halt leider keine Tore schießen“, zielte der langjährige Mattersburg-Kapitän und Ex-Internationale auf das große Problem im Herbst ab.

Ein Vollblut-Trainer sieht das Positive

Sei’s drum. Mittlerweile genießt Didi Kühbauer bereits die privaten Vorzüge der Trennung vom WAC. Das Parallel-Leben als hauptberuflicher Trainer in Kärnten und Teilzeit-Familienvater im Burgenland gehört wieder der Vergangenheit an. „Ich bin sehr gerne Trainer. Positiv ist aber auch, dass ich jetzt mehr Zeit mit meiner Familie verbringe.“

Beim WAC formte Kühbauer eine Fußball-Elf, nun ist er wieder aktiver bei der Entwicklung seiner beiden Töchter vor Ort: „Zweieinhalb Jahre habe ich sie nicht sehr intensiv gesehen.“

Der berufliche Weg werde ohnehin früher oder später wieder auf den Platz führen. Trotzdem lässt „Don Didi“, wie er zur aktiven Zeit bei Real Sociedad genannt wurde, seine Zukunft vorerst offen: „Sollte sich ein Trainerjob auftun, würde ich es mir natürlich überlegen. Ich bleibe aber entspannt und werde deshalb nicht gleich irgendwelche außergewöhnlichen alternativen Tätigkeiten ausüben.

So gesehen steht Vollblut-Trainer Kühbauer einfach auf Standby, ohne den großen Stress zu bekommen. Denn anbiedern werde er sich definitiv nirgends. „Das ist nicht mein Ding.“

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