Erstellt am 25. November 2015, 11:39

von Bernhard Fenz und APA Red

Kühbauer von WAC als Trainer beurlaubt. Der gebürtige Mattersburger Didi Kühbauer ist nicht mehr Coach des Wolfsberger AC. Das gaben die Kärntner am Mittwoch bekannt.

Dietmar Kübauer (WAC) im Spiel der tipico Bundesliga, zwischen der Admira und dem WAC am 12. September 2015. Bundesliga-Schlusslicht WAC hat sich mit sofortiger Wirkung von Kühbauer getrennt. Foto: Archivbild Hans Punz/APA  |  NOEN, Archivbild Hans Punz/APA
Grund sei, wie es heißt, die „sportliche Situation“. Nach 16 Runden liegt der WAC, der noch im Sommer mit Kühbauer den größten Erfolg der Vereinsgeschichte gefeiert hatte (Teilnahme an der Europa League-Qualifikation und die Spiele gegen Soligorsk und vor allem Borussia Dortmund), an letzter Stelle der Tipico Bundesliga.

Am Samstag verloren die Kärntner in Altach mit 1:2, gleichzeitig überholte Ried die Mannschaft nach einem 1:0-Sieg gegen Grödig.

Pfeifenberger wird übernehmen

Der WAC war für den Wahl-Wulkaprodersdorfer Didi Kühbauer übrigens die dritte Station seiner bisherigen Trainerkarriere. Angefangen hat der ehemalige Mattersburg-Kapitän und Ex-Internationale bei den Admira Amateuren im Dezember 2008, von wo er klubintern im April 2010 zu den Profis aufgestiegen war und die Admira 2011 von der Ersten Liga in die Bundesliga führen konnte.

Dort schaffte er in der Saison 2011/2012 prompt das Ticket für die Europa League-Qualifikation, 2012/2013 entging die Mannschaft dann nur knapp dem Abstieg. Nach der Trennung mit den Südstädtern im Juni 2013 übernahm der Burgenländer die zu diesem Zeitpunkt akut abstiegsgefährdeten Wolfsberger im September desselben Jahres und führte den WAC in sichere Gefilde.

In dieser Saison läuft es bislang von den Ergebnissen her schlecht, nun reagierte die Klubführung. Für Kühbauer übernimmt Heimo Pfeifenberger, der ehemalige Teamstürmer war zuletzt in Wiener Neustadt tätig gewesen und dort im Laufe der vergangenen Saison im November 2014 zurückgetreten. Sein erstes Training in Wolfsberg wird der 48-Jährige am Donnerstag leiten. Neuer Co-Trainer ist übrigens Christian Ilzer, er ersetzt Kühbauer-Assistent Manfred Nastl.

"Am Ende haben die Ergebnisse gefehlt"

Kühbauer zog trotz der Trennung nach etwas mehr als zwei Jahren eine positive Bilanz seiner Ära als WAC-Trainer. "Ich habe mir mit meiner Arbeit überhaupt keine Vorwürfe zu machen", meinte der 44-Jährige. "Ich bin nach wie vor ein sehr guter Trainer und übergebe zu 100 Prozent eine intakte Mannschaft."

Die Enttäuschung sei zwar groß, das Verhältnis zu WAC-Präsident Dietmar Riegler aber nach wie vor sehr gut. "Ich bin Trainer mit Leib und Seele", erklärte Kühbauer. Er bleibe für alle Angebote offen, vorerst will sich der Ex-Internationale aber verstärkt seiner Frau und seinen zwei Töchtern widmen. "Fußball ist wichtig, aber die Familie ist für mich das Wichtigste."

Auf die Zeit beim WAC blickt er ohne Groll zurück. "Es tut natürlich sehr weh. Ich ziehe trotzdem eine positive Bilanz von diesen drei Jahren", sagte Kühbauer. In der ersten Saison (2013/14) sei man dem Abstieg entronnen, in der zweiten habe man "für Furore gesorgt" und sich für den Europacup qualifiziert.

Die Duelle mit Soligorsk und Dortmund waren Höhepunkte der Clubgeschichte. "Im dritten Jahr war der Europacup ein schöner Moment, wir haben auch den besten Fußball beim WAC überhaupt gespielt", meinte Kühbauer. "Aber am Ende haben die Ergebnisse gefehlt. Wenn man nicht gewinnt, ist es legitim, wenn der Präsident die Reißleine zieht."

Seinem Nachfolger Heimo Pfeifenberger wünschte Kühbauer nur das Beste. "Ich bin mir sicher, dass er schon gegen die Admira den ersten Erfolg feiern wird." Die Südstädter, ein weiteres Ex-Team Kühbauers, gastieren am Samstag (18.30 Uhr) im Lavanttal.