Erstellt am 01. Dezember 2013, 08:30

Lara Gut gewann Super-G vor Fenninger und Hosp. Nur die zum Saisonstart in Überform agierende Lara Gut hat am Samstag im Super-G von Beaver Creek einen Mehrfach-Erfolg der ÖSV-Damen verhindert. Die Schweizerin gewann überlegen, diesmal vor den starken Österreicherinnen, die mit Anna Fenninger und Nicole Hosp die Plätze 2 und 3 belegten. Pech hatte Elisabeth Görgl, die als ursprüngliche 2. wegen eines zu breiten Skis disqualifiziert wurde.

Guts neuerlicher Triumph erfolgte quasi mit Ansage, die Schweizerin ist ganz offensichtlich in der Form ihres Lebens. Auch am Samstag fuhr die Gewinnerin des Auftakt-RTL von Sölden und der Freitag-Abfahrt in Beaver Creek bei neuerlichem Prachtwetter und optimaler Piste in einer eigenen Liga. Nur Fenninger (0,92) hielt den Rückstand unter einer Sekunde.

"Das ist eine Piste, auf der man kämpfen muss. Da ist es nicht so schlimm, wenn man Fehler macht", beschrieb Gut ihre neuerliche Triumphfahrt. Jetzt hat die in ihren drei Saisonrennen ungeschlagen gebliebene Tessinerin schon genau so viele Weltcuprennen gewonnen wie in ihrer ganzen Karriere davor. "Bisher hatte ich nur einen Sieg pro Saison, jetzt sind es schon drei", freute sich Gut. "Aber morgen geht es von Neuem los."

"In dieser Form kenne ich sie noch nicht", nickte auch Fenninger anerkennend. Die Salzburgerin legte nach Platz fünf in der Abfahrt eine neuerliche Steigerung hin. "Es geht immer noch besser, aber natürlich bin ich zufrieden", sagte Fenninger, die trotz enormer Dauer-Belastung in der Höhenlage Colorados ("Anstrengender ist aber die Nervenbelastung vor den Rennen") zuversichtlich für den Riesentorlauf, ihre stärkste Disziplin, ist. "Aber natürlich ist Lara auch da die Favoritin."

Wie Hosp war Fenninger nach dem spektakulären Rennen mit einigen Ausfällen (u.a. Nicole Schmidhofer und Tina Weirather) auf der neuen Damen-WM-Piste 2015 vor allem aus einem Grund zufrieden. "Kein perfekter Lauf und dennoch vorne dabei, das ist gut", sagten die beiden unisono. "Es war bis auf Liz ein guter Tag für unser Team", meinte Fenninger, schränkte aber ein: "Ich mag es aber nicht, vorgereiht zu werden, nur weil eine disqualifiziert wurde."

Görgl wäre erstmals seit ihrem WM-Triumph 2011 in Garmisch wieder in einem Spezial-Super-G auf das Podest gefahren. Die Steirerin wurde aber wegen ihres im Schaufelbereich um 0,12 Millimeter zu breiten (Head-)Skis disqualifiziert. Der ÖSV verzichtete auf einen Protest.

"Im Mittelteil bin ich die Schwünge so gefahren, wie ich sie oben auch fahren wollte", hatte die 32-Jährige zunächst noch zufrieden gemeint. "Das ist schon ärgerlich und bitter. Am Ende war die sportliche Leistung heute aber sehr gut, auch wenn sie nicht belohnt wurde", sagte Görgl nach der Disqualifikation. "Es ist natürlich schade, dass der Ski zu breit war. 0,12 Millimeter bedeuten, dass man nur ein Mal mit der Feile drüberfahren muss, um im Reglement zu sein."

"Diese Über-Breite hat mit der Leistung von Elisabeth überhaupt nichts zu tun", relativierte Hans Pum. Der Verantwortliche der Firma habe sich entschuldigt, berichtete der ÖSV-Sportdirektor. "Es ist schade für die Lizz, sie ist entsprechend traurig", führte Pum weiter aus. "Alle Teams kämpfen im Grenzbereich, da geht man mit dem Material eben ans Limit."

Durch Görgls Pech erbte Hosp einen Platz auf dem Podium. "Es tut mir natürlich leid für Elisabeth. Aber es gibt eben diese Regeln", erklärte die Tirolerin. Hosp selbst hatte ihre Startnummer eins gut ausgenutzt. "Für mich wäre auch Platz vier okay gewesen, denn die Fahrt war nicht optimal", sagt sie nach der Streichung von Görgl.

Hosp hat nun ihr 500-Punkte-Ziel praktisch erreicht, verzichtet aber wie Marlies Schild dennoch am Sonntag auf den Riesentorlauf in Beaver Creek. Die Tirolerin hat die Disziplin, in der sie ihr erstes Weltcuprennen gewonnen hat und einst Weltmeisterin geworden ist, derzeit ad acta gelegt.

"Ich habe extrem viel Energie hineingesteckt und bin trotzdem mit der Nummer weit zurückgefallen. Es hat mich einfach zu viel Energie gekostet", erklärte die Bichlbacherin. Zu Gut fiel ihr ein: "Sie ist dabei, sogar Tina Mazes Vorjahres-Saison zu toppen, was eigentlich gar nicht geht. Aber sie ist auf einem guten Weg dorthin."