Erstellt am 25. April 2016, 18:26

Liga leitete Verfahren gegen Mattersburg ein. Die Fußball-Bundesliga hat ein Verfahren gegen den SV Mattersburg eingeleitet.

 |  NOEN, APA (Archiv)

Als Grund wurden am Montag "vereinzelte diskriminierende Rufe aus dem Zuschauerbereich" bei der 0:9-Heimniederlage am Samstag gegen die Austria genannt. Angeblich soll es sich dabei um antisemitische Äußerungen gehandelt haben. Zudem wurde Mattersburg-Goalie Markus Kuster zu einer Sperre von sechs Spielen verdonnert.

In der Mitteilung hieß es: "Seit vielen Jahren engagieren sich die Bundesliga und ihre Klubs gegen Rassismus sowie Diskriminierung und man wird auch diesen Vorfall nicht totschweigen! Daher arbeiten wir, entsprechend dem gemeinsam mit der Initiative FairPlay und dem ÖFB entwickelten Procedere, an der lückenlosen Aufarbeitung dieser nicht zu tolerierenden Szenen."

Laut Bundesliga hat der Senat 3 ein Verfahren gegen den SVM beim Senat 1 eingeleitet. In einer ersten Stellungnahme distanzierte sich der Verein entschieden von den getätigten Rufen und
verurteilte diese "auf das Schärfste".

"Kein Platz für Rassismus und Diskriminierung"

Wörtlich heißt es in der SVM-Aussendung: "Die Teilnahme an integrativen Maßnahmen wie der FARE-Aktionswoche ist für den SV Mattersburg nicht nur eine Selbstverständlichkeit, sondern Jahr für Jahr ein echtes Anliegen. lntegration, Offenheit und familienfreundliches Ambiente sind für uns nicht nur Schlagwörter, sondern gelebte Realität. Es ist auch hinlänglich bekannt, dass im Pappelstadion kein Platz für Rassismus und Diskriminierung ist. Wenn vereinzelte Personen gegen diese Wertvorstellungen verstoßen, gehen wir in aller Entschiedenheit dagegen vor."

So habe der Ordnerdienst beim Spiel gegen den FK Austria Wien eine Person des Stadions verwiesen, die durch lautstarke Beschimpfung von eigenen sowie gegnerischen Spielern, Schiedsrichter-Team und Funktionären negativ aufgefallen sei.

Der SV Mattersburg werde der Österreichischen Fußball-Bundesliga umfassend zur Aufklärung der Vorfälle zur Verfügung stehen: "Wir werden versuchen, den Rufer ausfindig zu machen und ihm mitteilen, dass für ihn beim SV Mattersburg ebenso kein Platz ist wie für Diskriminierung!"

Goalie Kuster für sechs Spiele gesperrt

Der Strafsenat der Bundesliga sprach neben der Sechs-Spiele-Sperre auch eine auf sechs Monate bedingte Sperre von zwei Partien gegen Kuster aus. Dieser sah am Samstag bei der 0:9-Niederlage gegen die Austria wegen Tätlichkeit und Kritik am Schiedsrichter von Referee Markus Hameter die Rote Karte.

Sein Clubkollege Manuel Prietl muss wegen Torraubs ein Match pausieren. Mark Prettenthaler vom SKN St. Pölten fasste eine Drei-Spiele-Sperre aus, eines davon ist auf sechs Monate bedingt.